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Nemetschek legt Jahresabschluss vor und wappnet sich für die
Krise
(27.3.2009)
Die
Nemetschek AG hat heute ihren Jahresabschluss 2008 veröffentlicht. Wie bereits
im Rahmen der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen berichtet, stieg der Umsatz um
2,9 Prozent auf 150,4 Mio. Euro, zwei Drittel davon erzielte Nemetschek im
Ausland.
Das EBITDA betrug 31,4 Mio. Euro nach 33,6 Mio. Euro im Vorjahr, damit lag
die EBITDA-Marge bei 20,9 Prozent nach 23,0 Prozent im Vorjahr.
Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug 21,0 nach 23,9 Mio. Euro im Vorjahr.
Infolge des negativen Zinseffekts durch die veränderte Marktbewertung von
Zinssicherungsgeschäften sank der Jahresüberschuss überproportional von 15,3
Mio. Euro auf 11,3 Mio. Euro, während der Perioden Cashflow mit 29,9 Mio. Euro
weitgehend stabil blieb (Vorjahr 30,8 Mio. Euro).
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg dank des Forderungs-
und Liquiditätsmanagements von 25,3 Mio. Euro auf 30,4 Mio. Euro. Der
Cash-Bestand betrug 23,2 Mio. Euro; damit beliefen sich die
Netto-Darlehensverbindlichkeiten aus der Graphisoft-Übernahme zum 31.12.2008
auf 26,1 Mio. Euro.
Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,08 Euro nach 1,52 Euro im Vorjahr. Auf
eine Dividendenzahlung will die Nemetschek AG angesichts der unsicheren
Weltwirtschaftslage in diesem Jahr verzichten und stattdessen das Eigenkapital
weiter stärken.
In 2008 stieg das Eigenkapital von 62,9 Mio. Euro auf 67,9 Mio. Euro,
entsprechend erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 34,4 auf 40,6 Prozent.
"Der Konzern ist nun auch für eine möglicherweise längere
Konjunkturflaute gewappnet, und das solide Jahresergebnis 2008 hat einen Gutteil
dazu beigetragen", betonte Ernst Homolka, Vorstand und CEO der Nemetschek AG.
Alle Geschäftsbereiche sind profitabel
Die Software-Lösungen der vier Geschäftsbereiche der Nemetschek
AG decken den gesamten Wertschöpfungsprozess ab - von der Planung eines Gebäudes
und seiner Visualisierung über den eigentlichen Bauprozess bis zu seiner
Nutzung. Alle Segmente im Konzern waren 2008 den Angaben zufolge profitabel.
Mit 124,3 Mio. Euro (Vorjahr 121,2 Mio. Euro) stand der
Geschäftsbereich Planen - er umfasst die Software-Lösungen der
Portfolio-Unternehmen mit Schwerpunkt Architektur und
Ingenieurbau - erneut für den Großteil des Konzernumsatzes. Das EBITDA im
Segment Planen betrug 24,3 Mio. Euro nach 26,2 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Geschäftsfeld Bauen
umfasst die alphanumerischen Softwareprodukte, die den eigentlichen Bauprozess
begleiten. Bei einem Umsatz in Höhe von 12,9 Mio. Euro (Vorjahr 13,2 Mio.
Euro) betrug das EBITDA 3,5 Mio. Euro (4,1 Mio. Euro).
Das Geschäftsfeld Nutzen mit seinen Lösungen für das kaufmännische
und technische
Immobilienmanagement erzielte einen Umsatz von 4,2 Mio. Euro (3,6 Mio.
Euro) und ein EBITDA von 0,5 Mio. Euro (0,9 Mio. Euro).
Im Segment Multimedia (3D-Software für Visualisierung und
Animation) stieg der Umsatz 2008 von 8,1 auf 9,0 Mio. Euro, das EBITDA betrug
3,1 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr.
Nemetschek auch künftig profitabel
Angesichts
der unsicheren Weltwirtschaftslage verzichtet der Vorstand der Nemetschek AG
vorerst weiter auf eine konkrete Prognose, geht aber insgesamt von einem
schwachen Geschäftsjahr 2009 aus. In wesentlichen Märkten des Konzerns sei
tendenziell mit einer nachlassenden Nachfrage zu rechnen. "Nationale Programme
zum
Ausbau der
Infrastruktur und für
ökologisches Bauen könnten dies teilweise kompensieren, dürften aber nicht
vor der zweiten Jahreshälfte greifen," erklärte Ernst Homolka, Vorstand und CEO
der Nemetschek AG. Die Erwartungen an das erste Halbjahr seien zusätzlich
gedämpft angesichts der Tatsache, dass die ersten beiden Quartale 2008 besonders
umsatzstark waren.
Im Fall deutlicher Umsatzrückgänge seien abgestufte Kostensenkungsmaßnahmen
auf Ebene der Tochtergesellschaften geplant, die auch zeitnah eingeleitet werden
könnten, betonte Homolka. Allerdings könnten die einzelnen Gesellschaften
durchaus unterschiedlich von der Krise betroffen sein - die Vielfalt an Lösungen
und die Breite der Kundenbasis komme dem Konzern in der Krise zugute. Auch der
auf 39 Prozent gestiegene Umsatzanteil langfristiger Wartungsverträge sei eine
gute Ausgangsbasis. 2009 kämen zudem attraktive Produktinnovationen auf den
Markt, die die Nachfrage stimulieren könnten.
Bei Fortsetzung des straffen Kostenmanagements sei der Konzern in der Lage,
auch einen eventuellen Umsatzrückgang in der Größenordnung von 10 Prozent so zu
kompensieren, dass die EBITDA-Marge 2009 nicht unter 15 Prozent falle, betonte
Homolka. "Wir bleiben in jedem Fall ein profitables Unternehmen mit
substanziellem Cashflow - und auch das ist in diesen Zeiten ja keine
Selbstverständlichkeit."