1 Seite zurück Gelesen-ARCHIV 8: Juni 1998
BAUwesen / ARCHITEKTUR
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Der Architekt der "komplexen Einfachheit" Siza Vieira wird 65
Frank Lloyd Wright Retrospektive
die Brücke über den Großen Belt
BKI veröffentlicht die aktuellen Kostenkennwerte 1998
Architektentag in NRW und "Haus der Architekten"
Neuauflage der Broschüre "Wohngeld" - nicht nur für Mieter
der WEKA Architekturpreis ´98
alternatives Heizen: Kachelofen und Solaranlage kombiniert
Der Wohnungsbedarf in Baden-Württemberg
Fertighausindustrie: Mitbau-Trend hält an
Grundstein für die weltweit größte Solarzellen-Fabrik gelegt
  

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INFO:

BKI
Bahnhofstraße 1
70372 Stuttgart

T 0711 9548540

 

  
Der Architekt der "komplexen Einfachheit"
Siza Vieira wird 65

Im Alter von 21 Jahren hatte Alvaro Siza Vieira bereits seine ersten Gebäude entworfen. Der Portugiese, der am 25. Juni 65 Jahre alt wird, gilt heute weltweit als einer der größten lebenden Architekten. Er wird vor allem wegen seines nüchternen und zweckbezogenen Baustils geschätzt, der zugleich als hochästhetisch gepriesen wird.

Zu seinen Meisterwerken gehört der Wiederaufbau des Chiado-Viertels in der Altstadt von Lissabon. Der Stadtteil war 1988 bei einem Großfeuer weitgehend zerstört worden. Im Stil eines Puristen ließ er die Gebäude auf den Originalfundamenten neu errichten ohne Zusätze, die den ursprünglichen Charakter verändert hätten.

Ein paar Stichworte aus dem Lebenslauf:

  • Geboren in Matosinhos, Portugal, 1933.
  • 1949-55 Studium an der Architekturschule der Universität Porto.
  • 1966-69 Lehrtätigkeit, ab 1976 Professor in Porto.
  • Auszeichnungen u.a.: Preis für Architektur der portugiesischen Sektion der International Association of Art Critics; Preis der Portugiesischen Architektenvereinigung (1987); Goldmedaille des Colegio de Arquitectos de Espana (1988); Goldmedaille der Alvar Aalto Foundation; Prince of Wales Prize; European Award of Architecture der Economic European Community/Mies van der Rohe-Stiftung, Barcelona.

1992 erhielt Alvaro Siza Vieira den Pritzker-Preis, der in der Welt der Architekten als ein Äquivalent zum Nobelpreis gilt. Die Jury hob in der Begründung hervor: "Seine Formen strahlen eine trügerische Einfachheit aus. Sie sind durch und durch ehrlich. Bei näherem Hinsehen freilich entpuppt sich die vermeintliche Einfachheit als beeindruckende Vielfalt."

Für die Weltausstellung 1998 in Lissabon entwarf er den Pavillon Portugals, der eines der wichtigsten Bauwerke auf der Expo ist.

Alvaro Siza Vieira im Internet: www.cidadevirtual.pt/blau/siza.html#page_mark0

Pionier der modernen Architektur
Frank Lloyd Wright Retrospektive

guggenheim.jpg (6789 Byte)In der über siebzigjährigen Periode seines Schaffens entwickelte der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright (1869 - 1959) eine Vielfalt architektonischer Formen und Ideen. Vierzig Jahre nach seinem Tod veranstaltet das Vitra Design Museum in Weil am Rhein die erste europäische Retrospektive: “Frank Lloyd Wright: Die Lebendige Stadt” zeigt Arbeiten und Visionen des Pioniers.

Frank Lloyd Wright gilt als einer der Begründer der modernen Architektur. Sein Werk beeinflußte mehrere Generationen. Er schuf Bauten, die aus den Gegebenheiten der Landschaft gestaltet wurden. Seine “Präriehäuser”, für die er Holz und Stein bevorzugte, integrierte er in die Natur. Eigenwillig ist jedes seiner Bauten: das Imperial-Hotel in Tokio, das Guggenheim-Museum in New York oder Fallingwater, ein privates Wohnhaus. Sie alle verfügen über die typischen Merkmale Wrights: sie bestechen durch klare Linienführung, bringen durch die Kombination von natürlichen und künstlichen Lichtquellen feinsinnige Lichtspiele hervor.

Wright beschäftigte sich auch mit urbanistischen Visionen. Er träumte von einem Ort, dessen wichtigste Eigenschaft die Auflösung des Gegensatzes zwischen Stadt und Land sein sollte: “The Living City”. Er illustrierte seine Stadt mit Zeichnungen, in die er viele seiner bereits realisierten Projekte integrierte. Auf dieser Grundlage wurde eigens für die Ausstellung ein Modell gebaut, das Wrights letzte, endgültige Vision einer neuen Welt zeigt. Das Modell der “Lebendigen Stadt” steht im Zentrum der Retrospektive.

“Frank Lloyd Wright: Die Lebendige Stadt”
11.06. - 11.10.1998, Weil am Rhein

Frank Lloyd Wright im INTERNET:

die Brücke über den Großen Belt

Nach zehn Jahren Bauzeit ist Anfang Juni die 18 Kilometer lange Brückenverbindung über den Großen Belt für den Straßenverkehr freigegeben worden. Mit der zweiteiligen Brücke beiderseits der kleinen Insel Sprogö verkürzt sich die Fahrzeit von Kopenhagen auf Seeland mit dem dänischen und dem europäischen Festland um mehr als eine Stunde.

Mit einer Länge von 6,8 Kilometern im östlichen Teil ist die Hängebrücke die größte in Europa und die zweitgrößte weltweit. Zur Einweihung erneuerten Umweltschützer ihre Kritik, wonach die Brücke den Autoverkehr in Dänemark und die damit verbundene Zerstörung der Umwelt deutlich verstärken werde. Prognosen zufolge soll sich der Autoverkehr zwischen Ost- und West-Dänemark durch die Querung des Großen Belt um 30 Prozent erhöhen.

weitere Informationen: www.railway-technology.com/projects/denmark/

BKI veröffentlicht die aktuellen Kostenkennwerte 1998

Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) hat in der neuen Fachbuchreihe "BKI Baukosten 1998" die Ergebnisse ihrer umfangreichen Kostenanalysen für das Jahr 1998 veröffentlicht. Als einzige berufsständische Baukostendatenbank legt der Herausgeber besonderen Wert auf hohe Datenqualität. Deshalb werden nicht nur die aktuellen Preisentwicklungen auf dem Baumarkt verfolgt, sondern auch laufend neue Objekte aus allen Bundesländern erhoben und analysiert. Alle im Teil 1 und 2 veröffentlichten Kostenkennwerte basieren daher auf der Analyse realer, abgerechneter Bauwerke! Das Gesamtwerk deckt den Informationsbedarf von der Kostenschätzung bis zum Kostenanschlag ab:

Teil 1: Kostenkennwerte für Gebäude.
260 Seiten mit 200 Tabellen und 216 Abbildungen.
Preis DM 138,00 für Kammermitglieder

Teil 2: Kostenkennwerte für Bauelemente.
222 Seiten mit Kostenkennwerten für Bauelemente und Ausführungsarten.
Preis DM 108,00 für Kammermitglieder

Teil 3: Arbeitsunterlagen.
250 Seiten mit Formblättern zur Kostenermittlung auf CD-ROM.
Preis DM 78,00 für Kammermitglieder

Der ermäßigte Preis für alle drei Bände zusammen beträgt DM 298,00 für Kammermitglieder. Die Fachbücher sind direkt beim Herausgeber erhältlich.

    

  

Architektentag in NRW und "Haus der Architekten"

Im Rahmen des am 17. Juni 1998 in Düsseldorf stattfindenden nordrhein-westfälischen Architektentages wird das Ergebnis des Wettbewerbs zum "Haus der Architekten" vorgestellt. Sieger waren die Architekten Walter Kohne und Michael Merrill (Frankfurt / M.). Für ihren Entwurf des neuen Informations- und Kommunikationszentrums, das an der Düsseldorfer Medienmeile am alten Handelshafen errichtet werden soll, erhalten sie 42.000 Mark. Auf die Plätze verwiesen bzw. mit Ankäufen wurden versehen:

  • werk.um (Darmstadt, 28.000 Mark),
  • Tadäus Schmiedeknecht (Berlin, 19.000 Mark),
  • Körner Architekten (Weimar, 13.000 Mark),
  • Orawiec + Orawiec , OX2 Architekten (Aachen, Ankauf 7.000 DM),
  • Jörg Köngeter (Düsseldorf, 7.000 DM),
  • Ferdinand Büttgen (Düsseldorf, 7.000 DM)
  • Döring + Partner (Düsseldorf, 7.000 DM).

Neuauflage der Broschüre "Wohngeld" - nicht nur für Mieter

Die Broschüre "Wohngeld" liegt in der einundvierzigsten Auflage vor. Sie informiert darüber, ob und wie man Wohngeld erhalten kann.

Seit über 30 Jahren schon hilft das Wohngeld Mietern und Inhabern von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen, die Wohnkosten zu tragen. Das Wohngeld wird je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern bezahlt. Im Durchschnitt senkt das Wohngeld die selbst zu tragende Miete um etwa 25 Prozent.

Das Wohngeld hilft vor allem den Haushalten, deren Einkommen nicht ausreicht, um sich selber eine angemessene Wohnung zu besorgen. Es wird in jedem Einzelfall auf die individuelle Situation der Haushalte zugeschnitten. So erhöht sich das Wohngeld, wenn z.B. die Kinderzahl steigt oder wenn das Einkommen wegen Arbeitslosigkeit sinkt. Auch Mietsteigerungen können durch das Wohngeld tragbarer werden.

Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, sollte seinen Anspruch geltend machen. Die Höhe des Wohngeldes hängt ab vom Familieneinkommen, von der monatlichen Miete bzw. Belastung und von der Zahl der Familienmitglieder. Dabei werden kinderreiche Familien stärker begünstigt als kleinere Haushalte.

Die Broschüre "Wohngeld - 41. Auflage 1998" kann hier angefordert werden:

WWW: http://www.bundesregierung.de
T-Online: Bundesregierung#
Telefon (rund um die Uhr): 01805/22-1996
Fax: 01805/22-1997
Snail-Mail (auf dem Postweg):

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
53105 Bonn oder
Postfach 080115, 10001 Berlin

INFO:

T 08721 771-0

www.brunner.de

 

  

der WEKA Architekturpreis ´98

Unter dem Motto „Elementares Bauen - Neue Wege zur Kostenreduzierung” haben die WEKA Baufachverlage in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Anhalt, Dessau, einen Architekturpreis ausgelobt. Der Preis ist europaweit ausgeschrieben; zur Teilnahme aufgefordert sind alle am Planen und Bauen beteiligten Berufsgruppen und Studierende ab dem 7. Fachsemester.  Weitere Informationen sowie die vollständigen Ausschreibungsunterlagen können bei WEKA abgerufen bzw. heruntergeladen werden.

alternatives Heizen mit Kachelofen und Solaranlage

Bauherren und Modernisierer setzen auf die wohlige Wärme eines intelligenten Kachelofen. "Heizen mit Holz macht Spaß, ist krisensicher und bedeutet langfristig niedrigste Energiekosten", sagt Ulrich Brunner, Geschäftsführer der Brunner GmbH im niederbayerischen Eggenfelden (Kreis Rottal-Inn).

Bundesweit verfügen rund 1 000 Partnerunternehmen über das Know-how des führenden deutschen Herstellers von umweltgerechter Heiztechnik für Holzbrand-Kachelöfen. Das "Kraftwerk" im Wohnzimmer gekoppelt mit einer thermischen Solaranlage ist Herzstück des von Ulrich Brunner entwickelten "sympathischen Heizsystems" DAVID.

Regenerative, CO₂-neutrale Energien aus Holz und Sonne bindet das zukunftsträchtige DAVID-Konzept in ein komfortables Heizsystem ein, indem Kachelofen und Wandflächenheizung behagliche Wärme liefern. Die Solaranlage auf dem Dach eines Niedrigenergiehauses deckt ganzjährig den gesamten Wärmebedarf für Brauchwasser und Heizenergie ab.

Die DAVID-Zentral-Einheit managt die Energielieferanten und verteilt die gesammelte Wärme wirkungsvoll an die Verbraucher. "Der Kachelofen bedient sich quasi selbst", sagt der Ofenexperte. Wenn nachgeheizt werden muß, ertöne ein Signalton. Der nach jahrhundertealter Tradition ausgelegte Kachelofen erreicht laut Brunner einen Wirkungsgrad bis zu 90 Prozent. Rost und Aschebehälter werden überflüssig, das Holz verbrenne rückstandslos.

Nach den Erfahrungswerten von Brunner heizt eine fünfköpfige Familie bei Null Grad täglich zweimal ein und hat damit den gesamten Wärmebedarf inklusive Brauchwasser von 6 kW gedeckt. Etwa 3.900 kg Holz reichen in einer Heizperiode.

 

L-BANK

Info: Frau Ullrich

T 0721 150-1114
F 0721 150-1330

 


L-Bank: Wohnungsbedarfsprognose für Baden-Württemberg:
bis zum Jahr 2005 werden 400.000 Wohnungen gebraucht

Die L-Bank, Landeskreditbank Baden-Württemberg und die LEG, Landesentwicklungsgesellschaft mbH erteilten dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg den Auftrag zur Fortschreibung der Wohnungsbedarfsprognose von 1995.

Die Anfang Juni in der L-Bank in Stuttgart präsentierte Studie zeigt, daß bis zum Jahr 2005 in Baden-Württemberg mit einem moderaten Wohnungsbedarf zu rechnen ist. Erforderlich sind dennoch knapp 400.000 Wohnungen. Berücksichtigt werden dabei neben dem in 1996 bestehenden Defizit von 166.000 Wohnungen auch der künftige Bedarf aufgrund steigender Haushaltszahlen von 150.000 Wohnungen sowie der Ersatzbedarf für künftig wegfallende Wohnungen (77.000). Um diesem Gesamtbedarf bis zum Jahr 2005 von knapp 400.000 Wohnungen zu entsprechen, müssen jährlich 44.000 Wohnungen geschaffen werden. Angesichts der immer noch hohen Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau, dürfte dieser jährliche Bedarf realisiert werden können.

Für 15 der 44 Stadt- und Landkreise ergab sich Ende 1996 bereits eine Vollversorgung. Hier handelt es sich allerdings überwiegend um dünner besiedelte Landkreise und um den Stadtkreis Baden-Baden. Allerdings bedeutet diese Entwicklung nicht automatisch, daß auch die sozial schwächeren   Bevölkerungsschichten adäquat mit Wohnraum versorgt sind. Für preiswerten Wohnraum besteht deshalb auch weiterhin großer Bedarf. In den verdichteten Gebieten wie z. B. Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe existiert demgegenüber nach wie vor ein Wohnungsdefizit. "Die Untersuchung des Statistischen Landesamts zeigt, daß die Förderpolitik der letzten Jahre zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt geführt hat und daß der richtige Weg eingeschlagen wurde", so Wirtschaftsminister Walter Döring. Auch mit der Rückkehr zur bevorzugten Förderung von Eigentumsmaßnahmen Anfang der neunziger Jahre sieht sich der Wirtschaftsminister bestätigt. Bundesweit wohnten Ende 1997 lediglich 39,5 Prozent aller Haushalte in Deutschland mietfrei in den eigenen vier Wänden. Die Wohneigentumsquote hat sich damit seit 1993, dem letzten Jahr der Wohnungsstichprobe, lediglich von 38,8 Prozent um 0,7 Prozentpunkte erhöht. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit allerdings unverändert am Ende aller westeuropäischen Länder. Nur die Schweiz weist mit 31 Prozent eine noch niedrigere Quote auf. Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Wohneigentumsquote weiter nach oben zu verschieben. Das Landeswohnungsbauprogramm unterstützt dieses Ziel insbesondere durch die Förderung kostengünstigen Bauens.

Zu einer weiteren Nachfrage nach Wohnimmobilien werden auch   Trends führen, die nicht Gegenstand der Untersuchung waren. Gute wirtschaftliche Aussichten des Landes Baden-Württemberg und wieder stärker steigende Einkommen werden auch zu steigenden Qualitätsansprüchen und dem Wunsch nach größerem Wohnraum führen.

Darüber hinaus wird die höhere Zahl älterer Menschen die Nachfrage nach einer Kombination von Wohnen und Pflegeleistungen stärken. "Nicht zu unterschätzen ist auch der Aspekt, daß die Immobilie immer mehr zu einer wichtigen Säule für die Altersvorsorge wird", so Jürgen Hägele, Vorstandsmitglied der L-Bank. Dabei sei aber die passende und preiswerte Finanzierung mindestens genauso wichtig wie die Immobilie selbst.

Bei Interesse kann die Studie "Der Wohnungsbedarf in Baden-Württemberg" angefordert werden.

Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.

T 02224 9377-0
F 02224 9377-77

www.BDF-eV.de

 

  

Fertighausindustrie: Mitbau-Trend hält an
Weitere Erholung im laufenden Geschäftsjahr erwartet

Die deutsche Fertighausindustrie konnte das Geschäftsjahr 1997 mit einem Plus abschließen. Sie profitierte damit von der positiven Entwicklung im Ein- und Zweifamilienhausbau. Mit einem Umsatz von 3,75 Milliarden DM wurde das Vorjahresergebnis um knapp 1 Prozent gesteigert. Dieses Ergebnis teilte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Hans Weber, Anfang Juni auf der Wirtschaftspressekonferenz in Bonn mit.

Der derzeitige Auftragseingang wird von einem Großteil der BDF-Mitgliedsunternehmen im Vergleich zum Vorjahr wieder positiv bewertet. Die mittelfristige Prognose fällt noch positiver aus:

  • Hier werden im Westen deutliche Zuwächse gesehen.
  • Für die neuen Bundesländer wird erwartet, daß eine gleichmäßige Aufwärtsentwicklung stattfinden wird.

Als Gründe nannte Weber die an sich günstigen Voraussetzungen für den Hausbau - niedriger Zinsenstand, wirksame Eigenheimförderung sowie stagnierende Baupreise. Haupthindernis für einen Hausbau seien weiterhin die hohen Grundstückspreise. "Gerade in dicht besiedelten Gebieten versperren die hohen Baulandpreise vielen Familien den Weg zum Eigenheim", bemängelte der BDF-Präsident.

Der Anteil des Fertigbaus am Gesamtmarkt für Ein- und Zweifamilienhäuser stieg 1997 auf 14,2 Prozent (1996: 12,7 Prozent). Auf die Bundesländer bezogen heißt das: alte Bundesländer 10,2 Prozent (1998: 8,1 Prozent); neue Bundesländer 25,3 Prozent (1996: 24,4 Prozent).

Zur Zeit sind die Produktionsstätten der Hersteller auf durchschnittlich 8,3 Monate hinaus ausgelastet. Zum Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet dies eine Steigerung um 0,4 Monate. Dem liegt ein Auftragsbestand in Höhe von 2,6 Milliarden DM zugrunde.

Als erfreulich für den Bauherrn bezeichnete Weber, daß die Preise für Fertighäuser im Geschäftsjahr 1997 stabil geblieben seien. Dies gehe jedoch erneut zu Lasten der Ertragslage der Unternehmen. Im Jahr 1996 hatte die mittlere Preissteigerungsrate mit 0,2 Prozent bereits deutlich unter der Inflationsrate gelegen. Im laufenden Jahr wird mit einer mittleren Preissteigerungsrate von 0,5 Prozent gerechnet. Dies bedeutet Preisstabilität im dritten aufeinanderfolgenden Jahr.

Die Hausbauleistung der Unternehmen (plus 2,5 Prozent) ist stärker gestiegen als der Umsatz. Denn die Bauherren übernehmen vermehrt Eigenleistung, greifen also bewußter zum sog. Mitbau- /oder Teilausbauhaus; auch entscheiden sie sich zu kleineren und nicht so hochwertig ausgestatteten Häusern. Dieses wichtige Marktsegment bedient der Fertigbau mit speziell auf die Bedürfnisse gerade junger Familien und sog. Schwellenhaushalte abgestimmten Angeboten. 1997 haben die BDF-Mitglieder durchschnittlich 25,2 Prozent (1996: 25,6 Prozent) ihres Gesamtumsatzes in diesem Bereich erwirtschaftet.

Die BDF-Mitgliedsfirmen bieten

  • schlüsselfertige Häuser inkl. Keller schon ab DM 280.000 an, bei ca. 100 qm Wohnfläche;
  • ohne Keller für DM 220.000.
  • Die Preisspanne für Ausbauhäuser reicht von DM 1.300 bis DM 1.950 pro Quadratmeter Wohnfläche.

Die Angebote der Fertighausindustrie liegen in diesem Bereich deutlich unter der sog. "Töpfer-Norm" von 2.000 DM pro Quadratmeter Wohnfläche.

Angesichts des relativ großen Anteils am Gesamtumsatz bezeichnete Weber das kostengünstige Bauen für die Branche zwar weiter als ein zentrales Thema, die Kostensenkungspotentiale seien jedoch im wesentlichen ausgeschöpft. Ein Durchbrechen der Preisgrenze gehe häufig zu Lasten der Materialqualität oder zu Lasten der Qualität der Bauausführung. "Diese Entwicklung werden die BDF-Mitgliedsunternehmen nicht mitmachen. Sie sind den hohen Anforderungen der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) verpflichtet." Der BDF hatte die vom Bundesbauministerium angestoßene Initiative "Das junge Haus" als einer von vier Kooperationspartnern mitgetragen. Die Initiative hat wesentlich dazu beigetragen, beim Bauherrn, aber auch bei Baugewerbe sowie Planern ein neues Bewußtsein zu schaffen. So konnte ein neues Marktsegment erschlossen werden. Wichtig ist, daß durch die Initiative kein ruinöser Preiswettbewerb unterstützt wird, wie Bundesbauminister Oswald vor wenigen Tagen auf der BDF-Mitgliederversammlung in Berlin noch einmal ausdrücklich bestätigt hat: Preis und Qualität müssen in Einklang stehen.

Eine weiterhin rückläufige Auftragslage der Öffentlichen Hand sowie fehlende Investitionen der Industrie führten dazu, daß sich der Anteil des Objekt- und Wirtschaftsbaus am Gesamtumsatz der Unternehmen in 1997 auf durchschnittlich 11,8 Prozent abgeschwächt hat (1996: 13,8 Prozent). Dabei ist zu bemerken, daß BDF-Mitglieder, die ausschließlich Objektbau betreiben, hier nicht berücksichtigt sind.

Die Nachfrage nach hochwertigen deutschen Fertighäusern im Ausland ist immer noch schwach ausgeprägt. Der Exportanteil liegt bei unter 0,5 Prozent des Branchenumsatzes. Die Geschäftsentwicklung der beiden letzten Jahre hatte erstmals seit der Wiedervereinigung auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Fertighausindustrie. Durch verstärkte Rationalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen sank der Personalbestand in der Branche 1997 um 2,8 Prozent auf 13.100 Beschäftigte.

Die Ausbildungsquote liegt mit 6,9 Prozent überdurchschnittlich hoch. Dieses ermutigende Ergebnis konnte erzielt werden, weil bei knapp 60 Prozent der BDF-Mitgliedsunternehmen die Bereitschaft zur Schaffung von Ausbildungsstellen gestiegen ist. Die Auszubildenden rekrutieren sich zu gleichen Teilen aus kaufmännischen wie technischen Berufen.

Ein weiteres Indiz, daß die Branche positiv in die Zukunft blickt, ist die wieder leicht ansteigende Investitionsbereitschaft der Firmen im laufenden Geschäftsjahr - auch wenn die Ersatzinvestitionen hauptsächlich in den Bau neuer und den Ersatz alter Musterhäuser noch dominieren. Der Ausbau dieses wichtigsten Vertriebsweges der Branche ist eine Investition in die Zukunft. Weber: "Die Fertighausindustrie ist für den künftigen Wettbewerb gut gerüstet."

    

 

Shell Solar legt in Gelsenkirchen Grundstein für die
weltweit größte Solarzellen-Fabrik

Am 4. Juni 1998 hat die Shell Solar Deutschland GmbH, Hamburg, in Gelsenkirchen den Grundstein für die weltweit größte Anlage zur Herstellung von Solarzellen gelegt. Das Werk wird über zwei Produktionslinien verfügen. Die erste geht im Sommer 1999 in Betrieb, die zweite sechs bis zwölf Monate später, je nach Marktentwicklung. Shell Solar beabsichtigt, die Anlagen im Drei-Schicht-Betrieb zu fahren. Bei voller Auslastung stellt das Werk knapp 13 Millionen Solarzellen pro Jahr her, das entspricht einer Leistung von 25 Megawatt. Sie reicht, um etwa 7000 Vier-Personen-Haushalte für ein Jahr vollständig mit Strom zu versorgen. Ein Teil der Solarzellen wird künftig von Pilkington Solar International in einem Nachbargebäude zu Solarmodulen weiterverarbeitet; ein weiterer Abnehmer der Produkte ist die 100 km entfernt gelegene Shell Solar Energy B.V. im niederländischen Helmond.

Die Zukunftsszenarien der Shell gehen davon aus, daß erneuerbare Energien um das Jahr 2020 voll wettbewerbsfähig sein dürften und dann zwischen fünf und zehn Prozent des Welt-Energiebedarfs decken werden. Der Anteil könnte bis 2050 auf über 50 Prozent steigen; die Solarenergie wird einen gebührenden Anteil daran haben. Die Royal Dutch/Shell Gruppe hat vor diesem Hintergrund damit begonnen, einen neuen Geschäftszweig "Erneuerbare Energien" aufzubauen, in den in den kommenden fünf Jahren knapp eine Milliarde Mark investiert werden.

Hintergrund-Informationen:

Die volle Produktionskapazität der Solarzellenfabrik entspricht einer Leistung von rund 13 Millionen Solarzellen oder 25 MW. Je Produktionslinie werden stündlich 1200 bis 1500 Solarzellen erzeugt. In Deutschland liegt die Leistung aller installierten Photovoltaik-Anlagen bei 33 MW. Allein im Jahre 1997 sind Photovoltaik-Module mit einer Leistung von über über elf Megawatt installiert worden.

Neben der Verwendung moderner Materialien beispielsweise Glas eröffnet der Einsatz speziell angefertigter Solar-Fassadenelemente den Architekten kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Auch in die Dachkonstruktion werden Solarmodule integriert.

mehr zum Thema Solarzelle im Glossar


 

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