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Software
Alliance (BSA) |
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Pirateriestatistik 2001: Raubkopierate in Deutschland
nimmt drastisch zu
(11.6.2002) Die Business
Software Alliance (BSA) präsentiert mit Besorgnis die aktuellen Statistiken zur
Raubkopierate. Deutschland nimmt mit einem Schaden von rund 762 Millionen Euro den
traurigen ersten Platz in Europa ein (2000: 649 Millionen Euro). Der Anteil illegal
gewerblich genutzter Software stieg um sechs Prozentpunkte auf 34 Prozent an. Damit
verzeichnen Deutschland und Frankreich die dramatischste Zunahme der Piraterierate. Im
zweiten Jahr in Folge stieg auch der weltweite Raubkopieanteil an. Er liegt jetzt bei 40
Prozent. Der globale Schaden betrug 10,97 Milliarden US-Dollar (12,26 Milliarden Euro).
Die Zahlen ergeben sich aus einer Untersuchung, die vom unabhängigen
Marktforschungsinstitut IPR seit 1994 jährlich durchgeführt wird.
- Die Region mit dem höchsten Schaden durch Raubkopien war wie in den Jahren zuvor, auch
2001 Asien/Ozeanien mit rund 4,7 Milliarden US-Dollar (USD).
- Dahinter lag auf dem zweiten Rang Westeuropa. Aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation
sank der Verlust von 3,08 Milliarden US-Dollar im Jahr 2000 auf 2,66 Milliarden US-Dollar
(2,97 Milliarden Euro). Die Raubkopierate stieg allerdings um drei auf 37 Prozent.
- Die Region Osteuropa blieb mit einer Steigerung von 63 auf 67 Prozent auch im
vergangenen Jahr Spitzenreiter bei der Raubkopierate.
- Nordamerika ist weiterhin die Region mit dem geringsten Piraterieanteil (26 Prozent),
wobei in den USA mit einer Rate von 25 Prozent anteilsmäßig die wenigsten Raubkopien im
Umlauf sind.
Softwarepiraterie in Deutschland und Westeuropa: Der starke Anstieg
bei der Verwendung nicht lizenzierter Software in Deutschland ist ein Zeichen dafür, dass
dringender Handlungsbedarf besteht. "Wir laufen Gefahr, im internationalen Wettbewerb
einen schlechten Ruf zu bekommen: Deutschland als schwarzes Schaf in Europa, mit massiven
Urheberrechtsverletzungen als Wirtschaftsbremse", befürchtet Georg Herrnleben,
Regional Manager Central Europe der BSA. "Im EU-Nachbarland Österreich zum Beispiel
ist die Piraterierate 2001 rückläufig. Dort hat die BSA mit scharfen Aktionen den Druck
auf Softwarepiraten verstärkt. Wir werden diese Strategie - wie bereits jetzt bei der
Schonfristkampagne in Berlin geschehen - in Zukunft auch in Deutschland verfolgen. Die BSA
hat im vergangen Jahr Millionenbeträge in die Aufklärung über die Risiken illegaler
Software investiert. Offensichtlich reicht eine reine Informationsarbeit in Deutschland
nicht aus."
Gerade im Vergleich mit Österreich zeigt sich nach Ansicht der BSA auch, dass die
Strafen beziehungsweise Schadensersatzzahlungen für den Gebrauch illegaler Software
angehoben werden müssen, um ein wirkliches Abschreckungspotential zu besitzen. "In
Österreich sind die Strafen für Urheberrechtsverletzungen um einiges drakonischer als in
Deutschland.", so Herrnleben weiter "Hier sollte dringend nachgebessert
werden."
Nach Einschätzung der BSA steht die Steigerung der Kopierrate auch im direkten
Zusammenhang mit dem geminderten Wirtschaftswachstum in Deutschland. "Gerade in
rezessiven Zeiten meinen Unternehmen, Kosten senken zu können, wenn sie illegale Software
einsetzen", so Herrnleben. "Dieses Verhalten ist kurzsichtig, denn Investitionen
in effiziente, moderne und vor allem legale Produktionsmittel helfen dabei,
konkurrenzfähig zu bleiben"
In Westeuropa konnte Deutschland übrigens den ersten Rang der Schadensbilanz durch
Softwarepiraterie in den vergangenen acht Jahren nur einmal abgeben - 1999 an
Großbritannien. Mittlerweile hat sich der damalige Spitzenreiter aber um den Schutz
legaler Software bemüht. 2001 ist der Schaden durch unlizenzierte Software in
Großbritannien mit 291 Millionen US-Dollar weniger als halb so hoch wie der in
Deutschland. |