SPIRIT Tips und Tricks - Plotten und Konvertieren, HPGL, DWG, DXF, Druckerbox, softtech, P1_BEG, Plottertreiber, SOFT-TECH, Plotrahm, Viewer, AutoCAD, PrintCAD, COL_HP, COL_HP, LPT1:, DEFBlock, HPGL2.PEN, Polylines, Architekten, AEC, CAAD, CAD-Programme, pixplot
Tips 'n' Tricks - Standard- 2D- und 3D-Funktionen
  
RaumClip: Möglichkeiten und Grenzen Kreise und Bögen abrunden
Durchstoßlinien mit Hilfe von 3D-Op UNDO- / REDO-System
NeuGrupp stört ZAK POF-Bilder anbinden
Tangentialer Anschluß SPIRITs Formeleditor
Bemaßungsfunktionen (nicht nur) für Polylines Elementfang - Teil 1: "SPIRIT fängt sich falsch!" ...
Warum Ikonenleiste Elementfang - Teil 2: virtueller Schnittpunkt
Linienüberstand Elementfang - Teil 3: Displaylist
SPIRITs interner Stack übergelaufen: Buffer leer! S5 ÄquiPlin im Modul SuperEdit (gehört zur ZAK-Beschreibung)
Symbole nachträglich zerfallen lassen Symbole und ihr eigenes Koordinatensystem / 2D-Elemente in der drei dimensionalen Welt

RaumClip: Möglichkeiten und Grenzen
... und wie macht man die Zeichnung schneller

Gerade bei großen Projekten arbeitet man häufig stundenlang nur in einem bestimmten Gebäudeabschnitt. Das bedeutet, daß alles Drum-herum und einiges mehr, wie zum Beispiel Schraffuren, bis auf Weiteres nicht benötigt wird – im Gegenteil: sie stören und machen das Programm oder die Bildschirmdarstellung langsam

Zur Situation

Auch wenn man sich auf einen Ausschnitt konzentriert, wird man häufig mit der Lupen-Funktion (Kurzwegtaste [-]), den Tasten [Bild-Auf], [Bild-Ab] sowie den [Pfeiltasten] den Darstellungsmaßstab bzw. Bildausschnitt verändern. Das heißt: jedesmal muß der Bildschirm von SPIRIT neu aufgebaut werden – was besonders ohne aktive Displaylist die Arbeit sehr mühsam macht.

Reduziert man nun die Anzahl der darzustellenden Elemente, verkürzt sich auch die Refresh-Zeit. Zwar verhält sich die Anzahl der weggelassenen Elemente nicht linear zur Bildschirmaufbauzeit, da SPIRIT weiterhin alle Elemente beachten muß, aber durch die Entlastung der Grafikkarte kann die Zeitersparnis doch erheblich sein.

Folien - ein Weg, um die Anzahl der darzustellenden Elemente zu begrenzen!

Die bekannteste Methode, Elemente zu- oder wegzuschalten, bietet sehr wirkungsvoll das Folienmanagement. Leider liegen aber nicht selten, notwendige und unwichtige Elemente auf ein und derselben Folie. Außerdem werden ausgeschaltete Folien bei Editierarbeiten - z.B. beim Bewegen oder Strecken - auf keinen Fall berücksichtigt, und das kann für assoziierte Maßketten schwerwiegende Folgen haben.

Die Funktionen, die nun vorgestellt werden und übrigens zu den ältesten SPIRIT-Strukturen zählen, nehmen sich dieser Problematik an.

ein RaumClip ist ein dreidimensionaler Kubus

Die Funktion RaumClip wird über das Menü Sehen3D (Kurzwegtaste [q]) aufgerufen. Mit dem RaumClip wird über zwei gegenüberliegende Eckpunkte sowie Z-min und Z-max ein Kubus definiert, der den Bereich, der sichtbar bleiben soll, DREIDIMENSIONAL umschließt. Alle anderen Elemente, die drum-herum bzw. unterhalb oder oberhalb liegen, werden aufgeblendet.

Definition einer Clipbox / eines Raumclips

getrennte RaumClips für *Ortho, *Parallel und *Axonomet

Bemerkenswert ist, daß im Sehen3D-Menü DREI getrennte Raumclips verwaltet werden:

Wenn Sie das nicht bedenken, wird dann und wann Ihr Adrenalin-Spiegel nach oben schnellen, weil beim Umschalten von der einen zur anderen Projektion Elemente scheinbar verschwinden. Vor diesem Hintergrund entstand die folgende Kurzgeschichte:

Das Büro Schule und die RaumClip-Funktion
(nach einer wahren Begebenheit - mit geänderten Namen):

Vor ungefähr 9 Jahren (solange gibt es RaumClip schon) rief Herr Schule an, und berichtete in blumenreicher Sprache - gespickt mit einigen Amerikanismen - von verlorenen Elementen. Jede Linie, die er einzugeben versuchte, war sofort nach der Bestätigung des Endpunktes verschwunden. Nach einigem Hin und Her - "Wie groß ist die Zeichnung?", "Wieviel Platz haben Sie noch auf der Festplatte?" - war der "Fehler" recht schnell gefunden: Die neuen Elemente langen im nächsten Geschoß über dem RaumClip – also außerhalb des RaumClips. Nachdem er ausgeschaltet wurde, waren alle eingegebenen Elemente da.

Vielleicht drei Wochen später war Herr Schule wieder am Telefon. Dieses Mal ließ sich eine ganze Außenanlage zusammen mit dem Dach nicht mehr dreidimensional darstellen: "Im Grundriß ist alles zu sehen, in der Isometrie fehlt's!". Vorsichtig fragte man nach dem RaumClip, aber Herr Schule winkte ab: "Nein, Nein, da war ich schon! Den Schalter *Clip habe ich ausgeschaltet!"

Sie werden sich das Ende der Geschichte ausmalen können?! Natürlich war der RaumClip für die orthogonale Projektion ausgeschaltet, im Parallel-Modus jedoch noch aktiv.

eine Alternative: RaumClip für Schnitte

SPIRIT kennt verschiedene Möglichkeiten Schnitte zu erzeugen. Da ist das beispielsweise das Schnitt-Modul zu nennen oder das alterwürdige ArchEdit. Übliche Schnitte UND aufgeschnittene Häuser können heute aber auch mit dem RaumClip erzeugt werden:

Ich glaube bis SPIRIT 5(?) konnte die RaumClip-Funktion zwar die grafischen Elemente, die außerhalb des Raumkubus' liegen, bei einem neuen Bildaufbau (Refresh) und bei der Eingabe ausblenden bzw. an den Kubusrändern abschneiden, der VLR (Verdeckte-Linien-Rechner) hat den RaumClip aber nicht berücksichtigt. Sollte das noch Ihr Kenntnisstand sein, dann achten Sie als SPIRIT 6- oder 7-Anwender im VLR-Menü auf den Schalter F0-ClipBox. Wenn dieser Schalter aktiv ist, dann berücksichtigt der VLR auch die Clipbox. Allerdings ist er nicht in der Lage, an den Kubus-Rändern die Durchstoßlinien zu erzeugen, die möglicherweise von Ihnen an den Stellen erwartet werden, an denen Modellflächenl die Begrenzungsflächen durchstoßen.

ein mit dem RaumClip aufgeschnittenes Gebäude in der Isometrie:
das VLR-Ergebnis ohne Durchstoßlinien, diese
müssen nachträglich manuell ergänz werden.
der Quickshader macht es besser

 
In der Praxis sollte diese Einschränkung aber nur von untergeordneter Bedeutung sein, denn bei rechtwinkligen Schnitten spielt dieses Problem k(aum)eine Rolle:

VLR-Ergebnisse - ein Gebäude aus der selben Blickrichtung betrachtet ...
mit aktivem RaumClip - entspricht einem Schnitt ohne RamClip - entspricht einer Ansicht

  
RaumClips gibt es also für die orthogonale und isometrische bzw. parallele Projektionen sowie Axonometrien - aber WAS gibt es für die Perspektiven?

keine RaumClips für Perspektiven ...

Hartnäckig verhindert SPIRIT seit Jahren mit der Meldung "RaumClip ist für perspektivische Projektionen nicht möglich." die Definition eines RaumClips, solange der Schalter F3-Perspekt aktiv ist.

... aber "ClipAbst" als Alternative

Für Perspektiven gibt es aber eine interessante Alternative zum - nun bekannten - RaumClip: mit der Funktion F6-ClipAbst im Menü Sehen3D / S1-DefPersp werden alle Elemente vollständig oder teilweise ausgeblendet, die in einem festzulegenden Abschnitt zwischen dem Augpunkt und dem Horizont liegen. Mit dieser Funktion und dem verdeckten Linienrechner ist übrigens dieses Bild erstellt worden. Fallen Ihnen die Durchstoßlinien auf (z.B. bei den geschnittenen Wänden), die der VLR an der Clip-Ebene erzeugen kann?

Der Clip-Abstand wird mit dem Parameter F6-ClipAbst bestimmt. Am leichtesten ermittelt man den gewünschten Abstand, indem man während der Definition der Perspektive nach Eingabe des Augpunktes das Fadenkreuz auf dem Punkt der Sehachse positioniert, durch den die Clip-Ebene laufen soll. Der Abstand läßt sich dann in der Infozeile beim Distanzwert ablesen und mit F6-ClipAbst festlegen - hier: 51.46m.

Grafisch und inhaltlich lassen sich mit dieser Funktion interessante Ergebnisse erzielen. Einen "echten Schnitt" erhalten Sie aber weiterhin nur mit ArchEdit, dem Schnitt-Modul oder dem RaumClip wie hier beschrieben.

Zum Schluß doch noch selber reingefallen

Das konnte ja nicht ausbleiben: nach einigen Telefonaten und anderem Hin und Her wollte ich noch eine Innenraumperspektive erzeugen. Der Augpunkt wurde innerhalb der "Hütte" ungefähr auf der Höhe der ehemaligen Clipebene festgelegt und die Blickrichtung beibehalten. Als dann die Perspektive aufgebaut wurde, war nichts zu sehen. Warum? Der Clipabstand stand immer noch auf 51.46m, aber hinter einer mehr als 51 Meter entfernten Clip-Ebene gib es gar nichts mehr.

Durchstoßlinien mit Hilfe von 3D-Op
anknüfpend an den RaumClip-Abschnitt

Und SPIRIT bietet doch Durchstoßlinien: Im Modul 3D-Op(erationen) gibt es verschiedene Schnitt-Funktionen - u.a. im Menü F1-3D-Trimm. Dort können mit der Funktion S2-SchnKant die Schnittkanten bzw. die Durchstoßlinien von 2 dreidimensionalen SPIRIT-Elementen (Platten, Kugeln, Zylinder,...) erzeugt werden. Einzige Voraussetzung: beide Elemente müssen sich in der selben Folie befinden. Das Resultat sind 3D-Linien.

NeuGrupp stört ZAK

Die Funktion NeuGrupp fügt alle Elemente, die ausgewählt werden, zusammen in eine Gruppe und bewegt sie dabei in die zur Zeit aktive Folie (weil alle Elemente einer Gruppe in einer Folie liegen müssen / benötigen Sie eine folienübergreifende Gruppierung, dann verwenden Sie EditSet!)

Bei der NeuGruppierung von ZAK-Elemente kann dieser Mechanismus zu Problemen führen (beispielsweise bei der AUSWERTUNG), die sich programmtechnisch auch nicht so einfach lösen lassen.

Aus diesem Grunde sollten Sie ZAK-Elemente NIE neu gruppieren!

Tangentialer Anschluß
Wie schließt man eine Linie tangential an einen bestehenden Bogen an?

Ganz einfach: Mit der Kurzwegtaste (g) wird das Parallel-Menü aktiviert. Fangen Sie sich mit der mittleren Maustaste auf das entsprechende Bogenende ein. Sofort dreht sich das Fandenkreuz. Beenden Sie nun das Parallel-Menü, und fangen Sie sich zur Eingabe einer neuen Linie auf das selbe Bogenende ein. Durch das verdrehte Fadenkreuz ist es nun leicht, den zweiten Punkt der neuen Linie so zu plazieren, dass insgesamt eine tangential angeschlossene Linie entsteht - der Ortho-Modus (Kurzwegtaste (o)) sollte aktiv sein!

Warum Ikonenleiste

Besonders langjährige SPIRIT-Anwender werden sich fragen, wozu die SPIRIT-Ikonenleiste gut sein soll, wenn es doch die tollen Kurzwegtasten gibt. Sie haben Recht, ein (l) für´s Löschen - beispielsweise - wird schneller auf der Tastatur gedrückt als der entsprechende Button in der Ikonenleiste - aber was passiert, wenn das Löschen-Menü wieder verlassen wird?

Ist das ein Grund, dann und wann auch mal die Ikonenleiste auszuprobieren / zu verwenden?!

"SPIRITs interner Stack übergelaufen: Buffer leer!"

... mit dieser Meldung reagiert SPIRIT auf die Überlastung des internen Kommandostacks. Der Stack (frei übersetzt: Stapel) wird beispielsweise in Verbindung mit den "Stippvisiten-Funktionen" verwendet: man ruft über Kurzwegtasten das Lupenmenü, die Bezugspunktfunktion (*) oder das Elementfangmenü (x) auf und gelangt nach Beenden der "Stippvisite" wieder in der Ausgangs-Funktion zurück. Deutlich wird der Stack für den Anwender besonders dann, wenn er mehrere Stippvisiten-Funktionen nacheinander aufruft und dann nacheinander mit der rechten Maustaste wieder beendet.

Wenn mit einem Stack gearbeitet wird, werden also im Vorwärtsgang Befehle, Kommandos, Zahlen,.... nacheinander AUF den Stapel gelegt, und im Rückwärtsgang nacheinander wieder vom Stapel genommen.

Nun ist ein Stack nicht unermeßlich groß. Es kann also passieren, daß zu viele Funktionen in den Stack gelegt werden und dann läuft er über und der entsprechende Puffer wird geleert. Das ist nicht weiter schlimm, es wird nur die Bedienung dadurch ein wenig beeinflußt - nicht aber die Ergebnisse.

Übrigens: Diese Fehlermeldung und diesen Sachverhalt gibt es solange, wie es SPIRIT gibt. Allerdings wird es den meisten Anwendern bislang noch nicht aufgefallen sein, weil sie in der Regel nicht soviele Kurzwegtasten nacheinander gedrückt haben.

Durch die Ikonenleiste in SPIRIT6 aber, die so angelegt wurde, daß auch ursprünglich nicht als Stippvisiten-Funktion ausgelegte Befehle (wie Löschen, Bewegen, Strecken...) nun Stippvisiten machen können, läuft nun der Stack häufiger über. Die SPIRIT-Entwickler waren sich dieser Tatsache bewußt und nahmen sie in Kauf, weil andererseits die Möglichkeit auch im Löschen-Menü eine Stippvisite machen zu können, zu verlockend war.

Siehe auch: Warum Ikonenleiste?

Zur Erinnerung: Ohne die Stippvisiten-Möglichkeit, kann man zwar viele Funktionen über eine Kurzwegtaste schnell aufrufen. Nach Beenden der jeweiligen Funktion mit der rechten Maustaste landete man dann aber in einem der Hauptmenüs - also im Menü ZEICHNEN bzw. FUNKTION.

neue (?) Bemaßungsfunktionen - nicht nur - für Polylines

Für ZAK-Wände wurden bereits in SPIRIT 6 einige an der Oberfläche nicht sichtbare Änderungen im Bemaßungs-Menü vorgenommen, die allerdings vielen SPIRIT-Anwendern gar nicht bewußt sind. Lange Zeit konnten nur Linien, Bögen und Kreise bemaßt werden - und selbstverständlich alle Elementpunkte. Inzwischen können zur Bemaßung auch folgende Elemente komplett bzw. teilweise identifiziert:

Siehe auch: ZAK-Bemaßung (und Polylines)

Linienüberstand

Von einem SPIRIT-Anwender stammt das folgende Fax, und er fragt, warum einige Symbole "so auseinander fallen bzw. überzeichnet werden":

Solche Darstellungen hängen in der Regel immer damit zusammen, daß mit einem Linienüberstand gearbeitet wurde. In diesem Fall sind einige SPIRIT-Symbole mit einem Linienüberstand erstellt worden. Wahrscheinlich ist das Ihnen aber bislang nicht aufgefallen, weil Sie bisher noch nie den Schalter F6-Ü-Stand im Anzeige-Menü eingeschaltet haben. Schalten Sie Ihn also wieder aus!

Symbole nachträglich zerfallen lassen

Anknüpfend an das vorangegangene Thema ("Linienüberstand") hat ein SPIRIT-Anwender folgende E-Mail geschickt:

Möglicherweise könnten die "auseinandergeplatzten" Symbole auch eine ganz andere Ursache haben. Ähnliches Fehlverhalten zeigt sich gelegentlich auch, wenn man ein Symbol (1) erst spiegelt (2) und anschließend zerfallen läßt (3 unten). Das betrifft auch einige auf der Spirit-CD mitgelieferten Symbole, wie z. B. die Waschbecken im Katalog BAD-2D.

Der Anwender spricht die ZERFALL-Funktion im Modul SuprEdit bzw. ST-MIX an. (Durch diese Funktion zerfallen bereits eingesetzte Symbole wieder in ihre ursprünglichen Einzelteile.)
Allerdings: Symbole verwalten ihre Inhalte über ein eigenes Koordinatensystem (siehe auch "Symbole und ihr eigenes Koordinatensystem"). Beim Spiegeln eines Symbols werden die Inhalte so auf den Kopf gestellt, daß sich Bögen nach dem Zerfallen-Lassen nicht mehr in die 2D-Welt einordnen lassen (3 unten). Man kann sich helfen, indem man die Bögen in gespiegelten Symbolen in 3D-Bögen konvertiert: Dazu muß VOR dem Zerfallen-Lassen der Schalter F0-Zu3dBgn aktiviert werden. Dann stimmt zumindest die Optik (3 oben).

Kreise und Bögen abrunden

SPIRIT verfügt über die undokumentierte Funktion Kreise und Bögen abzurunden. Verwendet wird dazu die normale "Ausrunden"-Funktion (F1 Ausrundn) im Korrekt-Menü. Aber anstatt zwei Linien zu identifizieren können auch ein Kreis bzw. ein Bogen und eine Linie selektiert werden:

abrunden1.gif (3001 Byte)

und so sieht das Ergebnis aus:

abrunden2.gif (2022 Byte)

Sollen zwei Kreise abgerundet werden, dann muß man auf das Modul SuprEdit zurückgreifen. Die Funktion S4-Kreise+ bietet verschiedene Funktionen zum Abrunden - und zwar ...

abrunden3.gif (3451 Byte)

Übrigens: Wenn in diesem letzten Fall kein Radius angegeben wird, bevor die auszurundenden Kreise bzw. Bögen identifiziert werden, dann ermittelt das Modul freundlicherweise selbständig den kleinstmöglichen Radius.

In dem Zusammenhang auch noch interessant: "tangentialer Anschluß einer Linie an einen bestehenden Bogen"

UNDO- / REDO-System

Das Undo-System lagert einen Teil der Undo-Information auf der Festplatte aus. Falls auf ihr kein Platz mehr ist (der Speicher des UNDO- / REDO-Systems ist nur durch den Festplattenplatz beschränkt), wurde dieses zunächst nur mit einem heftigen Piepsen und einer File-Error-Meldung quittiert. Inzwischen kommt eine einfache Meldung: Undo-Speicher erneuert (Platte voll). Der Undo-Speicher wird dann zurückgesetzt, bisherige Aktionen lassen sich nicht mehr rückgängig machen.

Und außerdem: Aus verschiedenen Gründen (u.a. Vermeidung von inkonsistenten Zuständen innerhalb der Zeichnung) wird das UNDO/REDO-System in der NeuGrupp-Funktion gesperrt. Erst beim Verlassen des Menüs wird das UNDO/REDO-System wieder aktiviert.

POF-Bilder anbinden

Über das LadeBild-Menü kann man bekannterweise die speziellen SPIRIT-Bilddateien (POF-Dateien) zur Zeichnung in den Bildschirm laden. Da die Bilddateien sehr groß werden können (ein Katasterplan ist schnell 30 MB groß), werden die POF-(Bild-)Dateien nicht in eine SPIRIT-Zeichnungsdatei eingelagert. Um trotzdem eine Zeichnung mit bis zu vier Bilddateien dauerhafter verbinden zu können, kann die Kombination incl. einer eventuellen Kalibrierung abgespeichert werden. Dazu gibt es die Funktion SpeiKonf im LadeBild-Menü und analog die Funktion LadeKonf. In diesem Zusammenhang entsteht eine Datei mit der Dateiergänzung "PIN". Den Namen der PIN-Datei gibt man beim Speichern an. Normalerweise wird die Datei in dem Verzeichnis abgelegt, in dem sich auch die Zeichnungsdatei befindet.

Elementfang - Teil 1: "SPIRIT fängt sich falsch!" ...

... oder "SPIRIT fängt sich auf virtuelle, nicht vorhandene Punkte" - so oder so ähnlich lauten vermeintliche Fehlermeldungen zum Thema "Elemente einfangen mit der mittleren Maustaste oder der Kurzwegtaste (y)". Generell sollen Softwarefehler nie ausgeschlossen werden, aber in diesen Fällen handelt es sich ganz wahrscheinlich um einen Bedienungsfehler bzw. einen Verständnisfehler zur Bedienung.

Dreh- und Angelpunkt der wahrscheinlichsten Fehlerquelle ist die Elementfang-Möglichkeit "Senkrecht", denn sie arbeitet sinnigerweise ein wenig anders als die anderen Elementfang- Funktionen. Die Senkrechtfang-Funktion bezieht sich nämlich nur bedingt auf die aktuelle Fadenkreuzposition, sie verwendet zusätzlich den Referenzpunkt (also den letzten eingegebenen Punkt), indem vom Referenzpunkt aus das Lot gefällt wird auf das eingefangene Element.

AUSGANSSITUATION:

Im Elementfangmenü (Kurzwegtaste (x)) sind beispielsweise die Schalter F2-Endpunkt, F7-Schnittpunkt und auf jeden Fall F8-Senkrecht aktiv (was eine häufig gesehene Standard- Einstellung vieler SPIRIT-Anwender ist).

VORGABE:

Das Viereck (1) wurde zuerst eingegeben, dann die Linien (2) und (3) und zwar so, daß der letzte eingegebene Punkt an liegt.der markierten Stelle

AKTION:

Es soll eine Verbindungslinie zwischen dem Punkt A und B eingegeben werden. Dazu wird man sich zunächst am Punkt A einfangen, der Referenzpunkt für die weiteren Eingaben bleibt. Wenn man sich nun wie dargestellt auf das Rechteck bzw. auf die rechte, vertikale Linie des Rechteckes (4) einfängt, dann wird aller Voraussicht nach nicht der Endpunkt sondern den Lotfußpunkt des Punktes A auf die vertikale Linie (4) einfangen.

Selbst dann, wenn Sie sich zuerst auf den Punkt B einfangen und den Punkt A dann als zweiten Punkt nehmen wollen, wird das Einfangen wahrscheinlich nicht das erwartete Ergebnis haben, weil am Punkt A immer noch der Referenzpunkt lag, von dem aus - wie bereits beschrieben - das Lot gefällt wird.

RESULTAT:

ERGÄNZUNG:

Der Lotfußpunkt kann auch außerhalb der eigentlichen, eingefangenen Linien liegen - was das Unverständnis vielleicht noch erhöht.

HINTERGRUND:

  1. Wenn mehrere Fangkriterien aktiv sind, dann prüft SPIRIT alle Möglichkeiten durch, und fängt sich auf den Punkt, der der aktuellen Fadenkreuzposition am nächsten liegt. In diesem Fall war das der Lotfußpunkt auf eine Linie, die im Suchradius lag / liegt, und nicht der Endpunkt der Linie (4) bzw. der Schnittpunkt der beiden Rechtecklinien.
  2. Die Fangfunktion "Senkrecht" bezieht als einzige Fangfunktion den letzten Bezugspunkt mit ein, weil diese Vorgehensweise für konstruktive Aufgabe auch sinnvoll ist. (Das Senkrechtfangen von der aktuellen Fadenkreuzposition aus ermöglicht die Fangfunktion F1-Nächst.)

FAZIT:

Um dem beschriebenen Effekt aus dem Wege zu gehen, sollte man grundsätzlich das Senkrecht- Fangen deaktivieren und nur bei Bedarf einschalten.
Hilfreich für das Einschätzen der Fangergebnisse ist der Schalter F1-Zeig_Ref, der über das Bezugspunkt-Menü (Kurzwegtaste (*)) aktiviert werden kann und dafür sorgt, daß die aktuelle Position des Referenzpunktes angezeigt wird.

Elementfang - Teil 2: virtueller Schnittpunkt

Neben dem Problem des Senkrecht-Fangens fühlen sich einige Anwender auch "von virtuellen, nicht vorhandene Fangpunkten-Punkte" verfolgt. Dazu muß man wissen, daß SPIRIT Schnittpunkten auch außerhalb verhandener Elemente ermittelt.

AUSGANGSSITUATION:

Im Elementfangmenü (Kurzwegtaste [x]) sind die Schalter F2-Endpunkt und F7-Schnittpunkt aktiv.

VORGABE:

An diesen zwei Linien soll weitergearbeitet werden - so sollen z.B. die Linien mit einer weiteren verbunden oder vielleicht auch bemaßt werden.

.
SITUATION:

Mit dem Fadenkreuz fahren Sie zwischen die beiden Linienendpunkte und drücken die mittlere Maustaste - in der Erwartung, daß SPIRIT sich auf einen der End punkte einfängt.

.
ERGEBNIS:

SPIRITs-Elementfang-Mechanismus untersucht aber zuerst, welche Elemente innerhalb der Suchdistanz liegen. In diesem Fall handelt es sich um die beiden Ausgangs-Linien. Danach wird festgestellt, welche Punkte aufgrund der aktiven Elementfangkriterien für die Elemenentfangfunktion in Frage kommen: das sind vier Endpunkte und ein Schnittpunkt.

Auch hier gilt also, daß SPIRIT immer auf den Punkt ein, der der Fadenkreuzposition am nächsten liegt - selbst dann, wenn sich der Schnittpunkt außerhalb der betroffenen Elemente liegt.

PRAKTISCHES BEISPIEL:

In diesem konkreten Beispiel (Bild 1) saß eine Stütze um 45° verdreht in einer Wand - also zwischen zwei Wandlinien. Nun sollte die Zeichnung bemaßt werden. Dazu aktivierte der Anwender nur das Fangen von Schnittpunkten. Trotzdem waren die Ergebnisse nicht wunschgemäß, weil im entsprechend kleinen Bildschirmmaßstab - 1:200 - schnell gleich mehrere Schnittpunkte (Bild 3) im Suchradius (Bild 2) liegen konnten.

Achten Sie also darauf, mit dem Fadenkreuz nahegenug an das Zentrum der Stütze heranzugehen!

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dann setzen Sie die Stütze als Symbol ein, und aktivieren Sie im Elementfang-Menü den Schalter EilSymb.

Elementfang - Teil 3: Displaylist

Es kann noch einen zweiten Grund geben für das vermeintlich falsche Fangen - und zwar dann, wenn man mit einer Displaylist arbeitet. Das hätte dann mit der Technik der Displaylist an sich zu tun und ist ein rein optisches Problem und kein inhaltliches Problem.

SPIRITs Displaylist arbeitet aus Geschwindigkeitsgründen für die Bildschirmdarstellung mit ganzzahligen Ersatzkoordinaten - also ohne Nachkommastellen. Wenn Sie nun den Schnittpunkt von 2 bestehenden Elementen einfangen, dann ermittelt SPIRIT über eine recht clevere, weil schnelle, Verbindung die Originalkoordinaten der betroffenen Elemente und berechnet mit den Originalkoordinaten den echten Schnittpunkt mit Vor- und Nachkommastellen. Das neue Element wird mit den echten Koordinaten in der Datenbank eingetragen und bis zum nächsten Displaylistbenutzung auch genau auf dem Bildschirm plaziert. Und darin kann unter gewissen Umständen nun das Problem bestehen - nämlich daß die Ersatzkoordinaten die markanten Elemente nicht wie erwartet zur Deckung bringen.

Bildlich dargestellt, funktioniert eine Displaylist folgendermaßen:
Die Displaylist muß man sich wie ein großes Lochblech vorstellen mit - sagen wir mal - 32.000 auf 32.000 Löchern. Legt man nun eine Zeichnung auf dieses Lochblech, dann rutschen alle Linenendpunkte der dargestellten Elemente in das nächstliegende Loch. In der Übersicht fallen die dadurch entstehenden Ungenauigkeiten nicht auf. Vergrößert man aber den Maßstab von beispielsweise 1:200 auf 1:20 dann machen sich die Abweichungen von den Originalkoordianten allmählich bemerkbar: die Verbindungen der Ersatzkoordinaten - die Ersatzlinien - verlaufen nicht an der gleichen Stelle wie die Verbindungen der Originalkoordinaten. Die Abweichungen lassen sich aber schnell richtig stellen, indem man die Displaylist neu aufbaut (Kurzwegtaste [u]), denn die Verteilung der krummen Zeichnungs-Koordinaten auf das ganzzahlige Lochblech erfolgt immer auf ein neues beim Aufbau einer Displaylist und ist abhängig vom augenblicklichen Bildschirmmaßstab.

elemf6.gif (12512 Byte)

zum Thema Displaylist siehe auch: Warum Displaylist? und im ARCHmatic-Glossar.

SPIRITs Formeleditor

Seit SPIRIT 5 besteht bekanntermaßen die Möglichkeit, in der Eingabezeile zu rechnen. Das ist natürlich bei der Eingabe von Koordinaten - eingeleitet durch die [Leertaste] - oder einer neuen Z-Basis bzw. Z-Höhe ausgesprochen praktisch - Beispiele:

HINWEIS: Vergessen Sie nicht das Gradzeichen "°", wenn Sie mit einem Winkel arbeiten, der sich am 360° Vollkreis orientiert.

Sehr hilfreich für die täglich Arbeit sind die Variablen: In der Eingabezeile können auch Zahlen und Ergebnisse in bis zu 20 Speichervariablen (V0 ..... V19) abgelegt werden - Beispiel:

damit steht mit der Variablen "V5" der Wert 1,7678 für weitere Berechnungen zur Verfügung: V5 [ENTER], oder:

Neben den Variablen V0 bis V19 sind auch konstante Parameter verfügbar:

Mit den konstanten Parametern kann man also z.B. folgendes Anliegen erreichen: Der identifizierte Z-Höhe-Wert soll nun der aktuelle Z-Basis-Wert werden:

Und zum Abschluß noch ein Anwendungsbeispiel:

Symbole und ihr eigenes Koordinatensystem
oder: 2D-Elemente in der dreidimensionalen Welt

"Ortho benötigt zur Eingabe von Linien, Wänden ..." Mit dieser Meldung erinnert SPIRIT den Anwender an den Geltungsbereich der 2D-Elemente: in einer Isometrie oder einer Ansicht dürfen 2D-Linien, -Kreise oder Texte nicht plaziert werden. Ihr unkomplizierter Aufbau ist der x-y-Ebene vorbehalten. Was aber, wenn 2D-(2½D-)Elemente doch dreidimensional plaziert werden sollen - beispielsweise

Es gibt zwei Ansätze, wie auch 2½D-Elemente ihre standfeste Beziehung zur x-y-Ebene aufgeben können:

  1. Mit der SPIRIT3D-Funktion F9-Zerfall ([Alt]-[z]) können nicht nur 3D-Körper in 3D-Polygone oder 3D-Linien umgewandelt werden, sondern auch 2D-Linien und 2D-Text.
  2. Symbole können wie normale 3D-Elemente in jeder beliebigen Projektion eingesetzt werden - sogar dann, wenn es ausschließlich aus 2D-Elementen besteht.

SPIRIT-Symbole haben ihre eigene x-y-Ebene

Genauso wie Schnecken mit ihrem eigenen Häuschen eine eigenständige Bezugswelt haben, verfügen Symbole über ihre eigene interne x-y-Ebene, auf die sich die Symbolbestandteile - trotz aller Verdrehungen im dreidimensionalen Raum - beziehen.

Speziell Texte über Symbole dreidimensional zu plazieren, bietet gegenüber der Zerfall-Methode einige Vorteile:

  1. Symbole können über Redefine geändert werden. Demzufolge ist auch Text - trotz Symbol - nachträglich editierbar.
  2. Läßt man Text zu 3D-Linien zerfallen, entstehen sehr viele zusätzliche Elemente, die die Zeichnung belasten.
  3. Der Text läßt sich über Symbole direkt in jeder Parallel-Projektion plazieren:
    Arbeitet man mit der SPIRIT3D-Funktion F9-Zerfall ([Alt]-[z]), dann müssen die 2½D-Elemente in ihrem ursprünglichen Geltungsbereich (x-y-Ebene) eingegeben und nach dem Zerfallen über Drehen und Bewegen positioniert werden.

Symbole können logischerweise nur in einer Ansicht oder Isometrie eingesetzt werden, wenn der Schalter S6-Zerfall (im Symbole-Menü) ausgeschaltet ist. Wäre er aktiv, gäbe es für die Symbolelemente keine eigene x-y-Ebene.

Wie konsequent die Symbole ihre eigene x-y-Ebene pflegen wird deutlich, wenn man ein Symbol mit Kreisen oder Kreisbögen asymmetrisch dehnt: dadurch werden aus Kreisen Ovale (ganz nebenbei: eine interessante Alternative zu den Ellipsen aus dem Kurven-Menü). Zu bedenken ist aber, daß aus einem solchen Ovall sofort wieder ein Kreis wird, sobald man das Symbol nachträglich zerfallen läßt (siehe über "Symbole nachträglich zerfallen lassen"). Ein Kreis definiert sich eben nur durch einen Mittelpunkt und einen Radius.

  

© ARCHmatic - Alfons Oebbeke, Neustadt 1997 - 2001
 

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