Gelesen-ARCHIV 2: Mitte Januar - Mitte Februar 1998
BAUwesen / ARCHITEKTUR
    

Statistisches Bundesamt: 1997 weiterhin rückläufige Baunachfrage

Wie das Statistische Bundesamt am 20. Februar 1998 mitteilt, verzeichneten die Betriebe des Hoch- und Tiefbaus mit 20 und mehr Beschäftigten 1997 preisbereinigt um 7,2 % geringere Auftragseingänge als im Jahr 1996. Die Baunachfrage in Deutschland war somit das dritte Jahr in Folge rückläufig (1996: - 7,2 %; 1995: - 4,3 %) - siehe auch http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm/p8056161.htm.

Im alten Bundesgebiet betrug das Auftragsminus 1997 gegenüber 1996 4,0 % - einige Zahlen im Einzelnen:

  • Hochbau -6,9 % gegenüber 1996
  • Wohnungsbau -9,2 %
  • übriger Hochbau -5,2 % (gewerblicher Hochbau: -7,6 %; öffentlicher Hochbau: -2,5 %)
  • Tiefbau +0,4 % (nach einem stetigen Nachfragerückgang 1993 bis 1996)
  • Straßenbau +3,4 %.

In den neuen Ländern und Berlin-Ost hat sich der 1996 im Baugewerbe einsetzende Abschwung beschleunigt. Nachdem die Aufträge bei den Baubetrieben 1996 preisbereinigt um 4,6 % gegenüber 1995 zurückgegangen waren, kam es 1997 zu einem Auftragseinbruch: Die Auftragseingänge lagen um 14,1 % unter dem Niveau des Vorjahres:

  • Hochbau -18,8 %
  • Wohnungsbau -19,3 %
  • übriger Hochbau -18,4 % (gewerblicher Hochbau: -22,8 %; öffentlicher Hochbau -7,8 %)
  • Tiefbau -5,5 %

Die Nachfrageschwäche nach Bauleistungen hat laut statistischem Bundesamt deutliche Auswirkungen auf die Beschäftigung. Der bereits 1995/96 zu beobachtende Stellenabbau setzte sich fort:

  • In Deutschland waren im Hoch- und Tiefbau im Durchschnitt des Jahres 1997 rund 1,22 Mill. Erwerbstätige beschäftigt; 90.300 (- 6,9 %) weniger als im Vorjahr.
  • Im alten Bundesgebiet arbeiteten 1997 im Hoch- und Tiefbau 834.000 Personen (- 6,7 %). Die Beschäftigtenzahl ging das dritte Jahr in Folge zurück (1997: -59.500; 1996: -75.000; 1995: -20.600), nachdem sie in den Jahren 1990 bis 1994 stetig gestiegen war.
  • Die in den neuen Ländern und Berlin-Ost seit 1996 rückläufige Beschäftigtenentwicklung (-25.000 Beschäftigte gegenüber 1995) setzte sich 1997 verstärkt fort (-30.900 Beschäftigte bzw. -7,4 %). Im Durchschnitt des Jahres 1997 waren 387 000 Personen in Betrieben des Hoch- und Tiefbaus beschäftigt.

Photovoltaik: neue Solarzelle in Dünnschicht-Technik ist erheblich billiger

Forscher des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart haben eine neuartige Solarzelle in Dünnschicht-Technik zur Serienreife entwickelt. Sie hat bei der Umwandlung von Sonnenstrahlen in Energie einen Wirkungsgrad von 11,5% - gegenüber herkömmliche Zellen aus Silizium sind mit ca. zwölf Prozent.

Die Dünnschicht-Technologie soll wesentliche Vorteile gegenüber der Silizium-Technik bietet:

  • Sie ist erheblich billiger.
  • Die Zellen werden mit weniger Material- und Energieaufwand produziert.
  • Im Gegensatz zur herkömmlichen Technik ist die neue Solarzelle auch auf gewölbten Flächen und Folien einsetzbar.

Die elektrisch leitende Schicht ist nur einen tausendstel Millimeter dick und wird auf normales Fensterglas aufgedampft. Dazu kommen noch Absorber- und Kontaktschichten und abschließend wieder eine schützende Glasplatte.

Das Projekt soll nach fast 5 Jahren Forschungsarbeit nun konkret umgesetzt werden. Bereits Ende 1999 will man mit der Serienherstellung beginnen. Während der Pilotphase rechnet man mit Kosten von sechs Mark je Watt; in der Massenfertigung werde es aber erheblich billiger - nämlich bei einer Produktion von 100.000 Quadratmetern erwartet man Kosten von zwei Mark je Watt.

Bau-Arbeitsplätze und Pleiten auf Kosten der EU-Erweiterung? (18. 2. 1998)

Nach Ansicht des Vizepräsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Wilhelm Küchler, wird die Ost-Erweiterung der Europäischen Union mit einer sofortigen Freizügigkeit für die Arbeitnehmer der fünf Beitrittsländer in der deutsche Baubranche weitere Arbeitsplätze kosten.

Anläßlich der "bautec 98" in Berlin. stellte Wilhelm Küchler fest, daß durch eine "Ost-Erweiterung der Verdrängungswettbewerb über die Lohnkosten eine neue Qualität erreichen wird". Diese Entwicklung wird auch Irland, Großbritannien und Südeuropa betreffen, denn für die Arbeitswilligen aus den Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas sprechen

  • die niedrigeren Löhne,
  • die bessere Beherrschung der deutschen Sprache
  • sowie die Nähe zum deutschen Markt sprechen.

Während der durchschnittliche Bruttoverdienst am Bau in Deutschland bei 25,52 DM liege, seien es

  • in der Tschechischen Republik umgerechnet 2,84 DM,
  • in Polen 2,09 DM und
  • Ungarn 2,01 DM sowie
  • Estland und Slowenien schätzungsweise bei einer bzw. zwei Mark.

Um von den niedrigen Bauarbeiterlöhnen der östlichen Beitrittsländer zu profitieren und eine übermäßige Abhängigkeit von Subunternehmern zu vermeiden, empfahl Wilhelm Küchler eine Beteiligung an diesen Betrieben. Nach der EU-Erweiterung könnten deutsche Unternehmen in den Ländern eigene Niederlassungen gründen und/oder sich kapitalmäßig an dortigen Betrieben beteiligen. Ein solches Vorgehen würde verhindern, daß die Ost-Erweiterung zu einer Einbahnstraße werde.

Wie dpa feststellt, halten nach einer Erhebung von 1995 halten deutsche Unternehmen 33 Beteiligungen an ost- und mitteleuropäsichen Unternehmen.

Bau-Förderungsprogramme der Bundesregierung werden aufgestockt

Die Bundesregierung hat die Wohnungsbau-Förderung aufgestockt, was einem Teil der von der Regierung beschlossenen Beschäftigungsinitiative entspricht. Über zinsgünstige Kredite sollen

  • private Investitionen in Höhe von 22 Milliarden Mark angeschoben und
  • 100.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

Bundesbauminister Eduard Oswald (CSU) sagte am 16. Februar in Bonn, daß verstärkt junge Familien gefördert werden sollen:

  • Rund zehn Milliarden Mark zusätzliche Investitionen hält der Bundesbauminister allein bei den jungen Familien für möglich.
  • Das Programm zur Förderung von Wohneigentum soll von zwei auf vier Milliarden Mark aufgestockt werden.
  • Familien mit Kindern unter 18 Jahren sowie kinderlose Paare bis zum Alter von 40 Jahren können Kredite zu einem Zinssatz von 4,9% bei fünf Jahren und 5,5% bei zehn Jahren Zinsfestschreibung erhalten.

Gefördert werden künftig auch private Investoren im kommunalen Bereich, wie beispielsweise Müllabfuhr-Unternehmen. Für sie stehen Zinssätze von 2,5% in den neuen Bundesländern und 4,5% in den alten Bundesländern auf dem Plan.

Investitionen in Höhe von drei Milliarden Mark erwartet man aus der Ergänzung des Modernisierungsprogramms für die neuen Bundesländer:

  • Künftig werden auch Wohnumfeldmaßnahmen gefördert - also beispielsweise der Bau von Spiel- und Parkplätzen sowie die Einrichtung von Grünanlagen.
  • Die Grenze für die Förderung von Plattenbau-Modernisierung wird von 500 auf 800 Mark pro Quadratmeter angehoben.
  • Die Zinshöhe für Kredite aus diesem Programm beträgt 4,75 Prozent.

Im Rahmen des Programms zur Verringerung der Kohlendioxidbelastung wird es Förderungen geben

  • für die nachträgliche Wärmedämmung von neueren Gebäuden (bislang war die Föderung auf Gebäude beschränkt, die vor 1977 errichtet wurden) und
  • für den Neubau von Niedrigenergiehäusern in form von Krediten zu einem Zinsatz von 5%;
  • Auch Kirchen und Kommunen können diese Kredite beantragen.
  • Oswald erwartet hier Investitionen von 1,7 Milliarden Mark.

Finanziert werden die Kosten von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW),

  • die das erforderliche Kreditvolumen auf neun Milliarden Mark bezifferte und die
  • seit 1990 Kredite von über 60 Milliarden Mark zugesagt und dadurch Bauinvestitionen in Höhe von knapp 100 Milliarden Mark ausgelöst hat.

Die neuen Fördermittel, die über Banken beantragt werden können, sollen in Bereichen eingesetzt werden, in denen kurzfristige Investitionen möglich sind.

Bau Holding hält nun Mehrheit an der Strabag

Die österreichische Bau Holding AG hat laut Amtsblatt zur "Wiener Zeitung" die Übernahme von 50 Prozent plus einer Aktie der Kölner Strabag AG beim Kartellgericht angemeldet. Danach erwirbt

  • die Bau Holding die Gesellschaftsanteile der Schunk & Dreschmann GmbH & Co KG (Neuss), die ca. 47,66% an der Strabag hält,
  • die Bau Holding-Tochter Ilbau (2,3402%)
  • und die KIHOG - Kärntner Industrie Holding GmbH (zwei Aktien).

Die Bau Holding hatte bereits Mitte Dezember den Kauf von 49,9 Prozent der Strabag bekanntgegeben (siehe hier). Die KIHOG ist Kernaktionär der Bau Holding und wird mehrheitlich von der Familie Haselsteiner gehalten.

Auf der Skala der beliebtesten Farben hat sich BLAU ...

... an die Spitze gesetzt - nach den in den vergangenen Jahrzehnten nacheinander dominierenden Farben Grün, Braun und Rot/Orange abgelöst. Dieses bilanziert der Dekan des Fachbereichs Design der Fachhochschule Mainz, Prof. Roland Siegrist. Nicht nur in der Mode, sondern auch in der Innenarchitektur und bei Automobilen dominiere Blau mittlerweile. Nach Angaben der Autoindustrie werde diese Farbe inzwischen bei 25 Prozent der Neukäufe gewählt und habe Rot mit unter 20 Prozent auf den zweiten Platz verwiesen.

Nach Einschätzung von Psychologen steht die Farbe Blau für das Bedürfnis nach Ruhe, Ausgeglichenheit und Harmonie. Dafür spreche in gewissem Sinne auch die sichtbar zunehmende Wahl von blauen Haustüren und Fensterrahmen. Interessante Links:

Aktivitäten im Bauhaus Dessau

Ausbildung: Die berühmte Hochschule in Dessau war 1931 von den Nazis geschlossen worden - nie wieder wurde seit dem der Nachwuchs in Dessau ausgebildet. Aber mit Beginn des Herbstsemesters 1998 sollen am Bauhaus in Dessau wieder Studenten ausgebildet werden. Die Stiftung Bauhaus Dessau hat ein Studienkolleg eingerichtet, das Studenten aus aller Welt zu einem Aufbaustudium einlädt.
Das auf vier Semester angelegte postgraduale Studium soll einen neuen gestalterischen Umgang mit der Lebensumwelt an praktischen Beispielen vermitteln. Die Ausbildung ist interdisziplinär angelegt und verbindet u.a. Landschaftsgestaltung, Stadtplanung, Architektur und Design.
Für das “Bauhauskolleg” sollen namhafte internationale Gastprofessoren gewonnen werden. Zudem ist wohl eine Zusammenarbeit mit der Columbia Universität in New York und dem Technion in Haifa (Israel) vereinbart. An diesen Einrichtungen können künftige Studenten auch Praktika absolvieren.
Das Kolleg soll bis zum Jahr 2000 schrittweise aufgebaut werden. Dann sollen etwa 100 Studenten von zehn Gastprofessoren betreut werden. Im Herbst 1998 startet die Ausbildung zunächst mit einer Gruppe von zehn bis 15 Studenten.

Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius zunächst als stattlichke Hochschule für Gestaltung (Name seit 1925)  in Weimar zgegründet. Gropius berief als Mitarbeiter Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Hannes Meyer, Gerorg Muche, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy.
1925 wurde das Baushaus nach Dessau verlegt. 1928 übernahm Hannes Meyer, 1930 Ludwig Mies van der Rohe die Leitung. 1931 wurde Dessau geschlossen.
Nach der Verlegung nach Berlin 1932 wurde das Bauhaus 1933 aufgelöst. Die Auffassung des Baushauses, daß Funktionalität und Materialgerechtigkeit Schönheit und Stil des Produkts bzw. des Bauwerks bedingen, setzte sich in den 1930er Jahren international durch.

Die Arbeit der Stiftung wird 1998 geprägt von der Vorbereitung der Weltausstellung Expo 2000 und des 80jährigen Jubiläums der Bauhausgründung.

Daneben plant das Bauhaus 1998 fünf große Ausstellungen. Eine Ausstellung mit Modellen und Skizzen des niederländischen Architekten Mart Stam (1899-1986), dem Erfinder des freischwingenden Stuhls, ist am 24.Januar im Bauhaus in Dessau eröffnet worden. In der Ausstellung sollen vor allem Modelle von Stam gebauter Häuser zusehen sein. Grundlage für die Konzeption der Schau sei der im Deutschen Architekturmuseum (Frankfurt am Main) befindliche Stam-Nachlaß gewesen. Dem Museum ist es 1986 gelungen, diesen Nachlaß von Stams Frau Olga zu übernehmen, der in den folgenden Jahren durch weitere Schenkungen, Leihgaben und Ankäufe ergänzt worden sei.

1928 war es dem zweiten Bauhausdirektor Hannes Meyer (1889-1954) gelungen, den niederländischen Architekten als Gastdozent für Baulehre zu gewinnen. Zuvor hatte Walter Gropius (1883-1969) Stam mehrfach die Leitung der neuen Architekturklasse des Bauhauses angeboten. Stam lehnte mit der Begründung ab, ihm sei Bauen wichtiger als Lehren. Zu den bekanntesten Entwürfen Stams, der ab Mitte der 30er Jahre aus dem Rampenlicht verschwand, gehören neben dem Kragstuhl, der heute als Freischwinger bekannt ist, das Henry und Emma Budge-Heim in Frankfurt am Main.  Zudem arbeitete Stam entscheidend an der Schweizer Avantgardezeitschrift "ABC - Beiträge zum Bau" mit. Stam war mehrfach als Direktor von Kunstgewerbe- und Designhochschulen in den Niederlanden und der DDR tätig. Die Ausstellung ist bis zum 22. März täglich außer Montags von 10.00 bis 17.00 Uhr zu sehen.

Weitere Schauen beschäftigten sich mit der slovakischen und tschechischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre sowie der Geschichte der Bauhausgebäude, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehören. Außerdem sind Konferenzen, Workshops und Seminare geplant. Themen sind unter anderem die sozialen Auswirkungen des Strukturwandels in ehemaligen Industriestädten oder der Umgang mit Baudenkmälern der Moderne.

High-Tech Traumhaus hängt am PC (Business Week, 19.1.1998)

Microsoft, INTEL, Softbank Holdings und ein von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen ins Leben gerufener Risikokapital-Fonds unterstützen ein kleines, neugegründetes Unternehmen, das drahtlose Technologien zur Koordinierung verschiedener Haushaltsfunktionen und -geräte entwickelt. Das System der Firma ShareWare nutzt Funkwellen, die von einem normalen PC gesendet werden. Das System soll es dem Hauseigentümer erlauben, von jedem Ort des Hauses aus mit Hilfe eines Kleinst-Computers auf das Internet zuzugreifen. Darüber hinaus ist mit ein und demselben Gerät der Zugriff auf konventionelle Fernsehprogramme sowie auf programmbegleitende Internet-Seiten möglich.

siehe auch "EIB" (in ARCHIV 1) und "EIB" im ARCHmatic-Glossar

per Zwangsversteigerung ein Traumhaus zum Schnäppchen-Preis
Der WISO-Tip der Woche (Sendung vom 12.01.98)

Auf Zwangsversteigerungen lassen sich Immobilien erwerben, die bis zu einem Drittel günstiger sind, als auf dem freien Markt.

  • Alle Zwangsversteigerungen müssen etwa acht Woche vor dem Termin im Amtsgericht ausgehängt und in der Tageszeitung veröffentlicht werden.
  • Das Risiko für eventuelle Mängel trägt allein der Käufer. Also Immobilie unbedingt vorher begutachten. Das gilt selbst dann, wenn Sie im Wertgutachten des Amtsgerichts nachträglich Fehler entdecken. Es gibt keine Gewährleistung!
    WISO-Tip: Will der Eigentümer die Innenbesichtigung verweigern, was nicht selten vorkommt, kann darauf hingewiesen werden, daß ohne Besichtigung ein Sicherheitsabschlag berechnet werden könne. (Profis kalkulieren bis zu 20 Prozent weniger.)
  • Im Amtsgericht liegen alle Unterlagen aus, - wie zum Beispiel die Eintragungen im Grundbuch: Lage und Größe des Grundstücks, die Namen der Eigentümer, Informationen über bestehende Schulden. Haben Bewohner ein lebenslanges Wohnrecht? Darf der Nachbar die Einfahrt mitbenutzen? ...
  • Erhält man den Zuschlag, sind sofort 10 Prozent des Kaufpreises fällig - in bar oder als bestätigter Bankscheck. Der Rest wird rund sechs bis acht Wochen später, beim sogenannten Verteilungstermin fällig. Dort erhalten alle Gläubiger ihr Geld. Außerdem fallen rund fünf Prozent Kosten für das Verfahren an. Darin enthalten sind die Zuschlagsgebühr, die Eintragung ins Grundbuch und die Grunderwerbssteuer.

Eine Versteigerung läuft nach einem festen Ritual ab. Zunächst werden sämtliche Formalitäten verlesen. Danach wird genau 60 Minuten lang geboten. Im Gegensatz zu anderen Versteigerungen ist beim Aufruf "zum Dritten" noch nicht alles vorbei. Die Bietzeit endet erst, wenn die 60 Minuten vollständig abgelaufen sind und die Bietstunde offiziell beendet wurde.

Zur Strategie:

  • Setzen Sie sich ein Limit.
  • Halten Sie Ihr Limit geheim. Niemand sollte wissen, wann Sie aussteigen wollen.
  • Machen Sie Ihr Gebot in unregelmäßigen Schritten. Erhöhen Sie mal mit kleinen, mal mit großen Beträgen. So mancher unerfahrener Konkurrent läßt sich dadurch verunsichern.
  • Halten Sie Ihren Personalausweis bereit. Er muß beim ersten Gebot vorgelegt werden.

Literaturhinweise:

  1. In Amtsblättern und Staatsanzeigern, die von den jeweiligen Landesregierungen bzw. Regierungspräsidenten wöchentlich herausgegeben werden, stehen alle Versteigerungstermine mit genauen Angaben zum Objekt. Das Jahresabonnement kostet zwischen 40 DM und 120 DM.
  2. Die Argetra Verlagsagentur, Philippstr. 45, 40878 Ratingen, Tel. 02102/711 711, Fax: 02102/21413, veröffentlicht monatlich die Zwangsversteigerungen der deutschen Amtsgerichte mit Anschrift, Telefon- und Faxnummer. Geordnet nach Amtsgerichten, Kalendertagen und Regionen. Außerdem enthält der Kalender alle wichtigen Angaben zum Objekt: Aktenzeichen, Grundbuchangaben und amtlich festgelegten Verkehrswerten. Jahresabonnentenpreis: 392,40 Mark.

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