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Gelesen-ARCHIV 9: Juli / August 1998:
BAUwesen / ARCHITEKTUR

 

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test SPEZIAL Energie: Wärmetechnik für die Zukunft
US-Wohnbau im Juli auf Elf-Jahres-Hoch
"Solarkampagne 2.000"
Hochtief zieht sich weiter von Branchenprimus Holzmann zurück
Synagogen entstehen wieder - virtuell
test SPEZIAL Eigenheime
High-Tech-Architekt Rogers wird 65
Volksfürsorge-Baufinanzierung im Internet
Umweltfreundliche Vibrationsrammung
In NRW sind noch 110 Mio. DM Fördermittel da ...
Architekt für die Einhaltung des Kostenrahmens verpflichten
Ifo: Investitions-Stau löst sich auf - Hoffnung für Bauwirtschaft
Wird Wohnen teurer?
ZDB - Talsohle im Westen erreicht / Talfahrt im Osten geht weiter
 

 


Kontakt:

Franz-Georg Elpers

T 0541/9633-520

 


test SPEZIAL Energie: Wärmetechnik für die Zukunft

Durch überalterte Heizungsanlagen und unzureichend gedämmte Wände wird viel Energie verschwendet. Das kostet Geld und schadet der Umwelt. Deshalb sollte nach Ansicht der Stiftung Warentest moderne Wärmetechnik so schnell wie möglich in allen Ein- und Zweifamilienhäusern Einzug halten. Die Stiftung empfielt Bauherren und Hausbesitzern, mit den dafür erforderlichen Investitionen nicht lange zu zögern. Extrem billiges Baugeld, attraktive Förderprogramme und augereifte Technik sprechen für eine baldige Entscheidung.

Mit dem test SPEZIAL Energie will die Stiftung Warentest bei der Planung und Kaufentscheidung zum Thema Wärmetechnik helfen. Neue Gasheizung und Ölheizkessel, beispielsweise, die mit einem guten Testergebnis abscheiden, arbeiten heute zuverlässig, wirtschaftlich und umweltschonend. Ein Schwerpunkt des Sonderheftes sind Solaranlagen für Warmwasser und die Heizungsunterstützung. In weiteren Tests standen 32 Öl- und Gasheizkessel, 16 Gas-Wasserthermen, 25 Durchlauferhitzer, 12 Wärmedämmstofftypen und 27 Energiesparlampen auf dem Prüfstand. Außerdem im Sonderheft: Energieprobleme von Wintergärten und gesundes Wohnen.

US-Wohnbau im Juli auf Elf-Jahres-Hoch

Mit einer saisonbereinigten Jahresrate von mehr als 1,7 Millionen Einheiten seien im Juli in den USA so viele Wohnbauten neu begonnen worden, wie seit elf Jahren nicht mehr - so das Handelsministerium Mitte August. Der landesweiten Bauboom wird begünstigt durch

  • Zinsgünstiges Baugeld und
  • die niedrige Arbeitslosenzahl

Wie bereits im Vormonat lag die monatliche Steigerungsrate bei 5,7 Prozent und der Boom erstrecke sich über alle Regionen der USA, hieß es weiter. Die Zahl der Neubauten bei Einfamilienhäusern stieg den Angaben zufolge um drei Prozent auf eine Jahresrate von 1,31 Millionen Einheiten. Besonders kräftig war mit einem Plus von 15,1 Prozent der Zuwachs beim Bau neuer Appartmenthäuser, wie das Ministerium weiter mitteilte.

"Solarkampagne 2.000"
mit Hilfe des guten Drahtes der Kirche zum Himmel

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) will einen wesentlichen Beitrag zu einer stärkeren Nutzung der Sonnenenergie leisten. Mit einer Fördersumme von zehn Millionen Mark sollen ab Anfang 1999 auf den Dächern mehrerer hundert kirchlicher Einrichtungen Demonstrationsanlagen zur Solarenergienutzung entstehen. Durch den hohen Vorbildcharakter der Kirchen will die Stiftung Bürgerinnen und Bürger gerade auch im privaten Bereich für die Nutzung dieser umweltfreundlichen Energiequelle erwärmen. Das betonte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, heute bei der Auftaktveranstaltung der "Solarkampagne 2.000" in Wettringen. Auch sie wird mit bis zu vier Millionen Mark von der größten Umweltstiftung Europas finanziert.

Brickwedde stellte vor Journalisten heraus, daß die Umweltstiftung verstärkt Projekte im Bereich Solarenergie fördere. Als Beispiele nannte der Generalsekretär unter anderem ein Programm für Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt berufliche Qualifizierung, durch das Wissen über regenerative Umwelttechnik stärker verbreitet werden soll. Gefördert werden mit maximal 150.000 Mark pro Projekt Demonstrationsanlagen an Einrichtungen, an denen ein umwelttechnischer Schwerpunkt in Verbindung mit beruflicher Qualifizierung besteht. Insgesamt wurden bisher über 20 Projekte mit einem Volumen von über 2,2 Millionen Mark von der Stiftung unterstützt. Für Projekte an schulischen Berufsbildungszentren, Weiterbildungsstätten des Handwerks, Umweltbildungseinrichtungen u.a. stehen noch weitere vier Millionen Mark zur Verfügung.

Außerdem solle etwa Handwerkern und Architekten verstärkt neben dem energiesparenden Bauen auch die Nutzung der Sonnenenergie nahegebracht werden. Durch die Förderung innovativer Demonstrationsverfahren mit hohem Verbreitungscharakter müsse die Photovoltaik als architektonisches Element stärker als bisher zur Geltung kommen. Richtungsweisende Vorzeigevorhaben und Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollten der solaren Nahwärmeversorgung auf die Sprünge helfen. Hier habe die Stiftung insbesondere Behälterbauer sowie kleine und mittlere kommunale Versorgungsunternehmen im Auge.

 

 

Hochtief zieht sich weiter von Holzmann zurück

Der Essener Baukonzern Hochtief hat seine Anteile am Branchenprimus Philipp Holzmann nach mehrjährigen erfolglosen Bemühungen um eine Aufstockung nunmehr verringert. Wie eine Konzernsprecherin am Mitte August berichtete, hat Hochtief ein Aktienpaket von 5,06 Prozent an die Commerzbank verkauft und seine Holzmann-Beteiligung damit auf 19,6 Prozent verringert. Hintergrund seien die anhaltenden kartellrechtlichen Widerstände gegen einen stärkeren Einfluß des Branchenzweiten beim größten deutschen Baukonzern. Die Klärung der kartellrechtlichen Fragen, die mittlerweile beim Bundesgerichtshof anhängig ist und noch Jahre dauern dürfte, soll laut Hochtief parallel weitergeführt werden. Sollte die Aufstockung doch noch genehmigt werden, behalte sich Hochtief entsprechende Schritte vor. siehe auch:

Synagogen entstehen wieder - virtuell

In Darmstadt haben sich Architekturstudenten mit Förderung des Bildungsministeriums aufgemacht, zahlreiche Synagogen, die im Dritten Reich zerstört wurden, in CAD-Systemen zu rekonstruieren - und zwar nach Originalbauplänen oder nach dem, was noch an Information gerettet werden konnte. Erste Ergebnisse finden sich im Internet unter:

http://www.cad.architektur.th-darmstadt.de/.../start.html

kleiner Surf-Hinweise: Die sehr interessanten Seiten sind sehr grafiklastig und damit etwas langsam im Aufbau.

test SPEZIAL Eigenheime

Neues Sonderheft der Stiftung Warentest zum Thema Schlüsselfertiges Bauen / 150 Traumhäuser im Vergleich

Das eigene Haus ist immer noch Wunschtraum Nummer eins vieler Bundesbürger. Aber nur rund 40 Prozent der Deutschen sind schon stolze Eigenheimbesitzer. Trotz sinkender Preise und eines historischen Tiefs bei den Hypothekenzinsen bleibt die Anschaffung eines Einfamilienhauses für die meisten Käufer immer noch eine schwierige Entscheidung. Das Massivhaus von der Stange, einheitlich geplant, individuell ergänzt und schlüsselfertig gebaut, ist für viele ein gangbarer Weg vom Traumhaus zum eigenen Heim.

Die Stiftung Warentest hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e.V. (AgV) den unübersichtlichen Markt der Hausanbieter untersucht und stellt in dem neuen Sonderheft "test spezial Eigenheime" 150 schlüsselfertige Angebote mit Bild, Grundriß, den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen und dem Preis vor. Darüber hinaus wurde die Vertragsgestaltung unter die Lupe genommen, bei der sich zahlreiche Fallstricke und unzulässige Klauseln fanden.

Das Sonderheft bietet weiterhin nützliche Informationen über Baumaterial, Haustechnik und gibt Hinweis worauf der Verbraucher in der Bauphase besonders achten muß.

Das "test spezial Eigenheime" ist für 14,80 Mark im Handel erhältlich oder kann bestellt werden bei Stiftung Warentest, Vertrieb, Postfach 81 06 60, 70523 Stuttgart, Tel.: 0180-232 13 13 (pro Anruf 12 Pfennig).

High-Tech-Architekt Rogers wird 65

Der britische Architekt Sir Richard George Rogers, einer der renommiertesten zeitgenössischen Architekten und Mitbegründer des High-Tech-Stils, der die technischen Aspekte des Bauwerkes als ästhetisch betont und die Innereien eines Gebäudes gerne nach außen stülpt, wird 65.

Rogers wurde am 23. Juli 1933 in Florenz als Halb-Italiener geboren. Er studierte an der Architectural Association School in London und an der Yale University. Von 1963 bis 1968 gehörte er zu dem Architekturbüro Team 4, und zusammen mit Renzo Piano gewann Rogers 1971 die Ausschreibung für das Centre Georges Pompidou in Paris, weil sie mit traditionellen Architekturformen brachen: das Gebäude sollte offen sein und sich wie ein Baukastensystem verändern lassen, mit heb- und senkbaren Etagen sowie verschiebbaren Wänden. Der Tempel mit seinen typischen Außenrohren ist heute eine wichtige Sehenswürdigkeit in Paris. Bei seiner Eröffnung 1977 beschimpften Kritiker ihn noch als "Gymnastikhalle für King Kong".

Die Philosophie flexibler Bauten, die sich der Kommunikation des Menschen als "People's Places" dienstbar machen und veränderbar sind, ist wiederkehrendes Thema bei Rogers. Diese Rationalität bestimmte auch die Pläne für das futuristische "New Age"-Gebäude mit Atrium für das Versicherungsunternehmen Lloyds, das 600 Millionen Mark kostete und 1986 fertiggestellt war. Trotz Rogers' guter Absichten mögen es nur wenige, fühlen sich doch die meisten darin wie in einem mehrstöckigen Parkhaus. Übrigens: Da Rohre am "Lloyd's of London" rosteten, müssen etwa zwölf Millionen Pfund für Reparaturen gezahlt werden - und Rogers begleicht einen Teil der Rechnung.

In den letzten Jahren verfeinerte Rogers, der am Anfang seiner Karriere kurzfristig ein Büro mit seinem ebenso berühmten Kollegen Norman Foster betrieb, seine visuell komplexen Entwürfe. Es entstanden Gerichtsgebäude im französischen Bordeaux, wo Rogers Strukturteile in großen Hülsen einkapselte und sie so verbarg. Er entwarf den geschwungenen, doppelköpfigen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Das Haus mit mehreren zehntausend Quadratmetern schmiegt sich an die Krümmung eines Flußlaufs, denn für Rogers waren stets auch ökologische Gesichtspunkte bedeutend. Daneben erweiterte er den Flughafen von Marseille und schuf Bürogebäude in Deutschland (vor allem Berlin) und Japan. 1991 wurde er in den Adelsstand erhoben.

Rogers beteiligte sich auch an Stadtplanungen großen Maßstabes wie einem vier Quadratkilometer umfassenden Geschäftsviertel im chinesischen Schanghai. Der Architekt und Visionär mit der Vorstellung einer Gesellschaft voll nützlicher und erfüllter Bürger hilft, heruntergekommene Siedlungen wieder attraktiv zu machen und ist Kopf einer Spezial-Einheit der britischen Regierung für Stadtplanung im 21. Jahrhundert.

Seine Firma, die "Richard Rogers Partnership", steckt auch hinter einem Prestige-Projekt der britischen Labour-Regierung, einem gigantischen und umstrittenen Milliardenbauwerk zur Feier der Jahrtausendwende. In Londons Greenwich am Rande der Docklands entsteht der "Millennium Dome" mit einer Kuppel, unter der zwei Sportstadien Platz hätten.

Richard Rogers im INTERNET: http://www.richardrogers.co.uk/

Volksfürsorge-Baufinanzierung im Internet

Ab sofort bietet die Volksfürsorge eine Baufinanzierungsberatung auch über das Internet an. Anhand des Einkommens und der vorhandenen Eigenmittel wird zunächst berechnet, wie teuer eine Immobilie sein kann. Dem schließt sich eine vollständige Finanzierungsberechnung an. Sie besteht aus der Zusammenstellung der Kosten sowie einem vollständigen Finanzierungsplan (Zinsen und Tilgung). Für die Tilgungs-Lebensversicherungsumme und Beitrag genannt. Die Liquiditätsübersicht (Einkommen abzüglich Belastungen) rundet das Programm ab.

Mit diesem Internet-Programm kann der Bauinteressent in Ruhe seine Wunschfinanzierung "durchspielen". Sie ersetzt keine persönliche Beratung, die gerade bei einer langfristigen Immobilienfinanzierung unbedingt erforderlich ist, bietet aber eine Reihe von wesentlichen Ansatzpunkten. Das Volksfürsorge Baufinanzierungsprogramm kann über http://www.volksfuersorge.de abgerufen werden.

Info:

Dr. Heinrich Schlick
UNI Karlsruhe

T 0721 608 2648

 

 

Umweltfreundliche Vibrationsrammung
Kostspielige Gebäudeschäden können vermieden werden

Bei vielen Baumaßnahmen sind Rammarbeiten nötig, zum Beispiel für Gründungen oder Baugrubenumschließungen. Mit dem Einsatz von Vibrationsrammen können diese schnell und wirtschaftlich erledigt werden. Probleme ergeben sich allerdings immer wieder in eng bebauten Gebieten, da durch die erzeugten Erschütterungen Gebäudeschäden nicht auszuschließen sind. Diese Schäden könnten vermieden werden, denn moderne Geräte können differenziert auf verschiedene Umgebungssituationen eingestellt werden, auch im laufenden Betrieb. Aufgrund der komplexen dynamischen Vorgänge ist das Bedienpersonal mit dieser Aufgabe jedoch häufig überfordert.

Am Institut für Maschinenwesen im Baubetrieb der Universität Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Fritz Gehbauer wird derzeit eine Fuzzy-Regelung für Vibrationsrammen entwickelt. Mit ihr werden die maschinentechnischen Einstellungen des Rammgerätes laufend und automatisch an sich ändernde Umgebungsbedingungen angepaßt. Ziel ist es, einerseits die Rammleistung zu maximieren, und andererseits die gemessenen Erschütterungen an gefährdeten Gebäuden unterhalb gewisser Grenzwerte (DIN 4150) zu halten. Können beide Ziele von der Fuzzy-Regelung nicht miteinander in Einklang gebracht werden, besitzt die Erschütterungsbegrenzung Priorität. Die Vibrationsramme wird sich im Extremfall automatisch abschalten, um kostspielige Gebäudeschäden zu vermeiden. Desweiteren kann anhand der erfaßten Meßdaten auch zu einem späteren Zeitpunkt der Nachweis erbracht werden, daß die entsprechenden Grenzwerte tatsächlich eingehalten wurden. Projektbearbeiter ist Dipl.-Ing. Dirk Reusch.

    

  

In NRW sind noch 110 Mio. DM Fördermittel da ...

... und zwar für den Ausbau von Dachgeschossen, früheren Büros oder Fabriken zu Wohnungen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr noch rund 110 Mio. DM zum Um- und Ausbau von Nicht-Wohnraum zu Wohnungen zur Verfügung. Das Bauministerium gewährt zinsgünstige Darlehen für den Ausbau von Dachgeschossen, das Aufstocken oder Erweitern bestehender Wohngebäude und für die Umwandlung von gewerblich oder industriell genutzten Gebäuden. "Mit diesem Programm entstehen hochwertige Sozialwohnungen zu günstigen Preisen", erklärte NRW-Bauminister Vesper Anfang Juli. Noch bis zum September können Interessenten Förderanträge bei den Ämtern für Wohnungsbauförderung der Städte und Kommunen stellen.

Die Umnutzung bestehender Gebäude sei eine preiswerte Alternative zum Neubau und gleichzeitig ein Beitrag zum flächensparenden Bauen, weil kein neues Bauland erschlossen werden müsse, so der Bauminister. Im Rahmen des Ausbauprogramms fördert das Land mit zinsgünstigen Darlehen auch Wohnungen in ehemaligen Kasernen oder Industriegebäuden.

mehr dazu im INTERNET: www.mbw.nrw.de/aktuell.htm

BADENIA Bausparkasse AG:
Architekt für die Einhaltung des Kostenrahmens verpflichten

Immer wieder tritt der Fall ein, daß die Errichtung eines Eigenheims empfindlich teurer ausfällt, als ursprünglich angenommen war. Gibt es für den Bauherren eine Möglichkeit, sich vor einer sogenannten Bausummenüberschreitung zu schützen? Wie weit reicht dabei die Verantwortung des Architekten?

Hier ist es möglich, mit dem Architekten einen verbindlichen Kostenrahmen vertraglich zu vereinbaren. Dann ist der Architekt verpflichtet, diesen Planungsrahmen einzuhalten. Ob und inwieweit gewisse Überschreitungen gestattet sind, richtet sich danach, was im einzelnen zwischen Bauherr und Architekt vereinbart wurde. Nachträgliche Änderungswünsche des Bauherren sind jedoch immer separat zu berücksichtigen. Wurde hierüber keine Vereinbarung getroffen, kann eine Schadenersatzpflicht des Architekten dann gegeben sein, wenn eine fehlerhafte Kostenermittlung oder Beratung vorliegt, die ursächlich ist für den Schaden des Bauherren. Hier sind dem Architekten je nach Planungsstadium allerdings Toleranzen unterschiedlicher Größenordnung, orientiert am Einzelfall, eingeräumt. Für den Bauherren ist es weiterhin wichtig zu beachten, daß er im Falle von Streitigkeiten die Darlegungs- und Beweislast trägt. (BGH, Urteil vom 23.1.1997, VII ZR 171/95)

Die BADENIA Bausparkasse rät darum allen Bauherren, sich vorab so umsichtig und so vollständig wie möglich über den Aufwand ihres Bauvorhabens zu informieren. Eine kompetente Beratung und Dokumentation helfen, das finanzielle Risiko einzuschränken und mit dem Architekten eine verläßliche Vereinbarung über den Kostenrahmen zu treffen.

Ifo: Investitions-Stau löst sich auf
Hoffnung für Bauwirtschaft

Nach Jahren der Zurückhaltung sei für dieses und nächstes Jahr mit einer kräftigen Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen um bis zu fast acht Prozent zu rechnen - das versprechen zumindest die jüngsten Analysen und Umfragen des Ifo-Instituts:

  • Selbst in der westdeutschen Bauwirtschaft bestehen wieder Hoffnungen in Bezug auf die Investitionen. Erstmals seit fünf Jahren wird für 1998 in der Baubranche wieder ein Anstieg der Bruttoanlage-Investitionen von fast acht Prozent vorausgesagt. Dabei sei vor allem im Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau mit einer leichten Erholung zu rechnen, während es im öffentlichen Bau erneut zu einem, wenn auch deutlich abgeschwächten Rückgang kommen werde.
  • Für die westdeutsche Industrie wird ein Plus von zehn Prozent erwartet. Hier blieb die Investitionstätigkeit im vergangenen Jahr trotz der Konjunktur-Erholung zwar noch hinter den Erwartungen zurück, die neuesten Umfragen vom Juni zeigten jedoch, daß die Investitionspläne inzwischen deutlich aufgestockt wurden. Im Unterschied zum vergangenen Jahr, als lediglich das Investitionsgüter produzierende Gewerbe die Ausgaben für Bauten und Ausrüstungen erhöhte, sei in diesem Jahr mit einer Belebung auf breiter Front zu rechnen.

Übrigens: Die Bau-Unternehmen selber haben den Ergebnissen des Instituts zufolge ihre Investitionstätigkeit allerdings im vergangenen Jahr noch einmal deutlich reduziert. An den westdeutschen Standorten wurde 1997 mit rund 3,7 Milliarden DM knapp 18 Prozent weniger als im Vorjahr für Bauten und Ausrüstungen ausgegeben.

"Fast alle Branchen haben für 1998 höhere Investitionen vorgesehen", heißt es in der Ifo-Analyse. Vorrangig gehe es den Unternehmen darum, ihre Produktpalette zu ändern beziehungsweise zu verbreitern.

Wird Wohnen teurer?

Maklerverbände prophezeien, daß der Euro den Immobilienmarkt Ende des Jahres beflügeln werde. Die meisten Forschungsinstitute sind anderer Meinung: In den kommenden drei bis fünf Jahren würden die Preise nicht spürbar anziehen. Welche Preise Käufer und Mieter von Wohnungen, Häusern, Läden und Buenos zahlen müssen sowie bundesweite Preistrends und aktuelle Marktberichte für Deutschlands Großstädte, finden Sie bei FOCUS: focus.de/immobilien

ZDB - Talsohle am westdeutschen Bau erreicht
Talfahrt am ostdeutschen Bau geht weiter

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) geht davon aus, daß die Talsohle der westdeutschen Baukonjunktur in diesem Jahr erreicht sein wird. "Der Rückgang im öffentlichen Bau könne durch ein Anziehen des Wirtschaftsbaus ausgeglichen werden", sagte ZDB-Präsident Fritz Eichbauer Ende Juni in Bonn.

Im Osten dagegen werde sich der Rückgang weiter fortsetzen, und wegen sinkender Aufträge 1999 sei im Osten mit dem Verlust von weiteren 30.000 Arbeitsplätzen zu rechnen.

Erfreulich hätten sich jedoch die Bauinvestitionen im ersten Quartal 1998 entwickelt. Wegen des milden Winters sei hier ein Plus von 3,6 Prozent im Westen und 0,3 Prozent im Osten zu verzeichnen gewesen. Im Gesamtjahr rechnet der Verband bei den Bauinvestitionen im Westen mit plus/minus Null.

Ursachen für diese Besserung seien die extrem milde Witterung in diesem Winter sowie Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. April gewesen. Zudem habe das erste Quartal 1998 zwei Arbeitstage mehr gehabt als das Vorjahresquartal.

Auf eine Öffnung der Schere zwischen Ost und West deutet nach Angaben des ZDB auch die Zahl der Baugenehmigungen hin, die als Indikator für die zukünftige Entwicklung am Bau gilt. In den ersten drei Monaten des Jahres sei hier   im Westen

  • ein leichtes Plus von 0,8 Prozent bei den Wohngebäuden (minus 40% im Osten) und
  • 1,3 Prozent bei Geschäftsgebäuden zu verzeichnen gewesen (minus 33 Prozent).


  

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