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Software-Nachrichten im AECWEB Themen: AEC/CAD, AVA, FM, Ing.Bau, TGA, GIS/Geoinformatik |
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Mikroklimamodell zur kleinskaligen Analyse des Stadtklimas
(14.6.2009)
Im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes KLIMES erforschten Mitarbeiter der Universitäten Mainz, Kassel und Freiburg mögliche stadtplanerische Konzepte, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen im städtischen Raum entgegenzuwirken. Die Geoinformatiker der Environmental Modelling Group (EMG) um Michael Bruse haben dabei ihr Mikroklimamodell ENVI-met so weiter entwickelt, dass es möglich ist, auf der Architekturebene die Auswirkungen von baulichen Veränderungen auf das Stadtklima zu analysieren. Neben der Veränderung von einzelnen Gebäuden können auch die Materialeigenschaften von Häuserwänden beliebig modifiziert werden. Dank ihrer sehr hohen Auflösung - es können Strukturen bis zu einem Meter wiedergegeben werden - soll sich die Software nicht nur dazu eignen, den Einfluss großflächiger Elemente wie Grünanlagen, sondern auch kleinskaliger Maßnahmen wie Sonnensegel, Fassadenbegrünung oder Pergolen explizit zu simulieren. Damit stellt ENVI-met das bisher einzige Modell dar, welches auf dieser Maßstabsebene dynamische Simulationen ermöglicht. Erstmalig wurde im Projekt KLIMES mit der Software BOTworld der EMG die Technik der Multi-Agenten-Simulation eingesetzt, um das thermische Empfinden von Personen, die sich im Stadtgebiet bewegen, zu simulieren. Virtuelle Fußgänger testen also den städtebaulichen Entwurf im Hinblick auf die Hitzebelastung. Für KLIMES wurden vier Quartiere in Freiburg, der Stadt mit der höchsten Wärmebelastung in Deutschland, in ENVI-met simuliert. Als Szenarien dienten dabei sowohl aktuelle Wetterlagen als auch Zukunftsszenarien, die den Klimawandel berücksichtigen. Auf der Basis der Computersimulationen wurden stadtplanerische Szenarien entwickelt, um den Hitzestress zu mildern, und diese wiederum im Computer "getestet". "Die Simulationen belegen, dass eine stadtplanerisch angepasste Durchgrünung im Stadtgebiet Hitzewellen abschwächen und so die Gesundheitsgefahren für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Kinder, alte Menschen und chronisch Kranke senken kann", fasst Bruse die Ergebnisse zusammen. Die Ergebnisse von KLIMES wurden am 19./20. Mai 2009 auf der Abschlusskonferenz der Initiative "klimazwei" in Berlin präsentiert und nach ihrer Diskussion mit Experten und der Öffentlichkeit in einem praxistauglichen Leitfaden für klimawandelgerechtes Planen und Bauen zusammengefasst.
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